Brave Arbeiter - Schweiz gehört punkto Arbeitsfrieden weiterhin zu den Musterschülern

Die Schweiz gehört punkto Arbeitsfrieden weiterhin zu den Musterschülern. Im langjährigen Schnitt kommt pro Jahr nur ein arbeitskampfbedingter Ausfalltag auf 1000 Beschäftigte. Nur in zwei Ländern wird noch weniger gestreikt.
28.09.2017 16:11
Seltenes Bild in der Schweiz: Arbeitnehmer des amerikanischen Chemiekonzerns Huntsman demonstieren gegen den Stellenabbau in Basel, am Donnerstag, 10. November 2011.
Seltenes Bild in der Schweiz: Arbeitnehmer des amerikanischen Chemiekonzerns Huntsman demonstieren gegen den Stellenabbau in Basel, am Donnerstag, 10. November 2011.

In der Slowakei und in Japan gab es im Zeitraum von 2007 bis 2016 fast gar keine Arbeitskämpfe, wie aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hervorgeht. Unangefochtene Streikweltmeister bleiben die Franzosen mit 123 Ausfalltagen je 1000 Arbeitnehmer.

Für Griechenland und Italien, zwei ebenfalls sehr streikfreudige Länder, liegen keine verlässlichen Daten vor. Auf den weiteren Plätzen der häufig von Arbeitskämpfen getroffenen Länder folgen Dänemark (118 Ausfalltage), Kanada (87) und Belgien(79).

In der Hälfte der untersuchten 22 OECD-Länder gingen weniger als zehn Arbeitstage durch Streiks verloren. Dazu gehören auch Deutschland (7), die USA (6) oder Schweden (5). Die Autoren weisen indes darauf hin, dass die Daten wegen unterschiedlicher Zählweisen mit Vorsicht zu interpretieren sind. In den USA etwa werden Streiks mit weniger als 1000 Teilnehmern gar nicht registriert.

Gemäss Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) gab es letztes Jahr in der Schweiz total acht Fälle von Streiks und Aussperrungen mit knapp 2200 beteiligten Arbeitnehmenden. Dadurch fielen rund 1000 Arbeitsstunden aus. 2015 war diese Zahl wegen des Arbeitskampf im Baugewerbe vorübergehend auf über 13'000 hochgeschnellt.

(AWP)