Brexit als Gefahr für den Euro-Raum

Die deutschen Wirtschaftsweisen warnen vor gravierenden Folgen eines britischen Austritts aus der Europäischen Union. Sie verweisen auf eine erneute Euro-Krise und auf Unsicherheiten für die Finanzmärkte.
28.03.2016 08:15
Mit oder ohne EU in die Zukunft: Propaganda-Ballone der Brexit-Befürworter.
Mit oder ohne EU in die Zukunft: Propaganda-Ballone der Brexit-Befürworter.
Bild: Bloomberg

"Insgesamt würde durch einen 'Brexit' das Risiko eines Wiederaufflammens der Krise im Euro-Raum erhöht", heisst es ihrer am Mittwoch vorgelegten aktualisierten Konjunkturprognose. Angesichts der grossen Bedeutung Londons als Börsen- und Handelsstandort ergebe sich durch einen Brexit eine erhebliche Unsicherheit für die Finanzmärkte, warnen die Wissenschaftler um den Essener Forscher Christoph Schmidt.

Über den Verbleib in der EU werden die Briten am 23. Juni abstimmen. Sollten sie den Austritt beschliessen, könnten sich nach Ansicht der Experten die politischen Gewichte innerhalb der EU verschieben und Auflösungstendenzen befördert werden.

Die Wirtschaftsweisen befürchten zudem, dass zunehmend nationale Interessen in den Vordergrund rücken: "Die Fliehkräfte in der Europäischen Union nehmen zu." Weitere Risiken erwachsen nach Ansicht der Experten aus den Personenkontrollen an Grenzen, eine Reaktion auf den Flüchtlingszustrom. Sollten sie im Schengen-Raum für längere Zeit fortbestehen, würde nach Ansicht der Forscher der Warenverkehr innerhalb Europas behindert.

(Reuters)