Brexit: Berlin, Paris und Rom wollen rasche EU-Austrittsverhandlungen

(Ausführliche Fassung)
27.06.2016 19:53

BERLIN (awp international) - Deutschland, Frankreich und Italien pochen auf einen raschen Beginn der Verhandlungen mit Grossbritannien über einen EU-Austritt. Vorab-Vereinbarungen mit London erteilten Kanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident François Hollande sowie der italienische Regierungschef Matteo Renzi am Montag in Berlin eine Absage. Vor dem EU-Gipfel an diesem Dienstag sprachen sich die drei grossen EU-Staaten für einen "neuen Impuls" für Europa aus.

Merkel betonte, es werde keine formellen oder informellen Gespräche mit London über den Austritt geben, bevor nicht der entsprechende Antrag eingegangen sei. "Wir wünschen uns natürlich, dass es hier keine Hängepartie gibt." Hollande forderte, der Antrag sollte so schnell wie möglich kommen. "Wir haben keine Zeit zu verlieren", fügte er hinzu. "Nichts ist schlimmer als Ungewissheit." Sie führe zu irrationalem politischem und finanziellem Verhalten: "Es darf hier keine Auswirkungen auf Europa haben." Man habe Respekt vor der Entscheidung der Briten, könne aber auch Respekt von Grossbritannien erwarten.

Europa sei solide und stark und müsse nicht neu erfunden werden, betonten Hollande und Renzi. Man müsse sich auf die Prioritäten wie die Sicherheitspolitik und den Anti-Terror-Kampf sowie mehr Wachstum und Beschäftigung konzentrieren und auf zusätzliche Massnahmen, um das Vertrauen der Jugend in Europa zu stärken, sagte Hollande.

Auch Renzi mahnte Geschlossenheit an, um die Prioritäten rasch umzusetzen. "Wir dürfen nicht einfach abwarten, was passiert", sagte der italienische Regierungschef. "Wir wissen, dass wir keine Minute verlieren dürfen." Die Brexit-Entscheidung sie traurig, es sei aber auch eine günstige Zeit, jetzt ein neues Kapitel aufzuschlagen./sl/sam/du/DP/das

(AWP)