Brexit-Minister: Grossbritannien könnte für EU-Marktzugang zahlen

LONDON (awp international) - Grossbritannien bietet bei den Verhandlungen über seinen EU-Austritt möglicherweise Geld für einen weiteren Zugang zum Binnenmarkt an. Das sagte Brexit-Minister David Davis am Donnerstag im Parlament.
01.12.2016 21:27

Auf die Frage, ob das Kabinett "Beiträge in welcher Form auch immer" in Erwägung ziehe, sagte Davis: "Natürlich ziehen wir das in Erwägung." Es sei ein "Hauptkriterium" für die Verhandlungen, dass Grossbritannien "den bestmöglichen Zugang für Güter und Dienstleistungen zum Europäischen Markt" bekomme.

Die Äusserung sorgte für Überraschung, weil sich die britische Regierung zu ihrer Strategie für die Austrittsverhandlungen mit der EU betont wortkarg gibt. Der Pfundkurs legte prompt um knapp ein Prozent im Vergleich zum Dollar zu.

Was genau Davis mit "bestmöglichem Zugang" meint, ist allerdings unklar. Vor wenigen Monaten hatte Davis es als "sehr unwahrscheinlich" bezeichnet, dass Grossbritannien nach dem Brexit Teil des Europäischen Binnenmarkts bleibt. Als Voraussetzung dafür gilt, dass London die Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU akzeptiert. Das lehnt die britische Regierung bislang kategorisch ab./cmy/DP/tos

(AWP)