Brexit: Premierministerin May gibt Startschuss für Austrittsverhandlungen

Grossbritannien hat am Mittwoch offiziell die Scheidung von der Europäischen Union eingereicht. Das bestätigte Premierministerin Theresa May am Mittwoch im Parlament in London. Fast zeitgleich überreichte der britische EU-Botschafter Tim Barrow ein entsprechendes Schreiben in Brüssel. EU-Ratspräsident Donald Tusk teilte auf Twitter in Brüssel mit, die Union habe den Brief erhalten. "Nach neun Monaten hat Grossbritannien geliefert."
29.03.2017 13:44

Damit ist der Weg frei für zweijährige Brexit-Verhandlungen, in denen die Verflechtungen zwischen Grossbritannien und der EU gelöst werden müssen. Mehr als 20 000 Gesetze und Regeln sind davon betroffen. Im März 2019 endet dann voraussichtlich die EU-Mitgliedschaft Grossbritanniens.

VERHANDLUNGEN SOLLEN BIS HERBST 2018 ABGESCHLOSSEN SEIN

Die übrigen 27 Länder wollen ihre Verhandlungsposition bei einem Sondergipfel am 29. April festzurren. Bis Herbst 2018 sollen die Verhandlungen abgeschlossen sein, damit das Abkommen noch rechtzeitig ratifiziert werden kann. Auf EU-Seite müssen das Europaparlament und der Rat ihre Zustimmung geben.

Die britische Premierministerin Theresa May will den Vertrag auch dem britischen Parlament vorlegen. Nachverhandlungen auf Wunsch der britischen Abgeordneten soll es aber nicht geben.

OHNE ZUSTIMMUNG DES PARLAMENTS KÄME UNGEREGELTER AUSTRITT

Sollten die Parlamentarier in Westminster das Abkommen ablehnen, würde Grossbritannien ungeregelt aus der Staatengemeinschaft ausscheiden. Wirtschaftsverbände warnen vor erheblichen Konsequenzen.

Die Briten hatten im vergangenen Juni in einem historischen Referendum mit knapper Mehrheit für den Brexit gestimmt./cmy/DP/tos

(AWP)