Britische Kommunalwahlen: Historischer Sieg für Mays Konservative

(Überschrift aktualisiert, 4. Absatz: Details ergänzt) - Bei den Kommunalwahlen in weiten Teilen Grossbritanniens sind die Konservativen von Premierministerin Theresa May als klare Sieger hervorgegangen. Die oppositionelle Labour-Partei verlor hingegen deutlich an Stimmen.
05.05.2017 22:33

Die grössten Verlierer der Kommunalwahlen sind die Rechtspopulisten der Ukip, die künftig in vielen Gemeindeparlamenten nicht mehr vertreten sein werden. Die Liberaldemokraten blieben hinter den Erwartungen zurück. Die schottische Nationalpartei SNP wurde erstmals stärkste Partei in Schottlands grösster Stadt Glasgow.

Bei den Kommunalwahlen am Donnerstag standen 4851 Sitze zur Wahl. In sechs Ballungsgebieten wurde zum ersten Mal der Posten eines regionalen Bürgermeisters vergeben, darunter in den Grossräumen Birmingham, Manchester und Liverpool.

Nach Auszählung aller Stimmen ergab sich für die Konservativen ein Zugewinn von 558 Sitzen. In elf Kommunalparlamenten konnten die Tories die absolute Mehrheit erringen. Labour verlor dagegen 320 Sitze. Die europafeindliche Ukip-Partei erlitt eine vernichtende Niederlage, 114 von 115 Sitzen gingen verloren. Die Liberaldemokraten büssten 37 Sitze ein. Vier der sechs neu geschaffenen Bürgermeisterposten gingen an die Konservativen, zwei konnte Labour für sich gewinnen.

Experten sehen die Abstimmungen in Wales, Schottland und Teilen Englands als Stimmungstest für die vorgezogene Parlamentswahl am 8. Juni. Andere warnen vor voreiligen Schlüssen.

Viele traditionelle Labour-Wähler sind unzufrieden mit dem Kurs ihrer Partei beim geplanten EU-Austritt Grossbritanniens. Die EU-feindliche Ukip ist innerlich zerstritten. Die Liberaldemokraten hatten sich mit ihrem klaren Anti-Brexit-Kurs Stimmenzuwachs erhofft.

Bei der Parlamentswahl im Juni sagen Umfragen den Konservativen einen haushohen Sieg voraus. Die Labour-Partei und die Ukip müssen erneut mit klaren Niederlagen rechnen.

May will sich mit der Parlamentswahl eine komfortable Mehrheit und mehr Rückendeckung für die Brexit-Verhandlungen verschaffen. Im vergangenen Jahr hatten die Briten bei einem historischen Referendum für den Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union gestimmt./cmy/DP/he

(AWP)