Britischer Notenbankchef - Carney rechnet ohne Brexit-Deal mit Wachstumsdelle

Der britische Notenbankchef Mark Carney stimmt die Briten nach dem Brexit auf eine Wachstumsdelle ein.
05.11.2017 15:29
Mark Carney ist seit Juli 2013 Gouverneur der Bank of England.
Mark Carney ist seit Juli 2013 Gouverneur der Bank of England.
Bild: wef

Sollte es nicht gelingen, nach dem Ausscheiden aus der EU ein Handelsabkommen abzuschliessen, werde das Wachstum kurzfristig geringer ausfallen, sagte Carney am Sonntag in einem TV-Interview.

Die Wirtschaft müsse sich neu orientieren, wenn sie einen deutlich geringeren Zugang zum EU-Binnenmarkt habe. Die Unsicherheit mache sich bereits bemerkbar: Angesichts der Stärke der Weltwirtschaft müsse das Wachstum bei den Investitionen eigentlich höher ausfallen.

Die britische Notenbank hat am Donnerstag erstmals seit 2007 die Zinsen erhöht, um die im Zuge des Pfund-Kursrückgangs gestiegene Inflation in den Griff zu bekommen. Eine straffere Geldpolitik stärkt tendenziell die Währung und dämpft den Preisauftrieb.

Der Inflationsdruck könne verhindern, dass die Bank von England die Zinsen bei einer schlechten Brexit-Vereinbarung senken kann, sagte Carney. Dieses Szenario sei allerdings nicht das wahrscheinlichste.

(AWP)