Britischer Oppositionsführer Jeremy Corbyn gibt sich zuversichtlich

Die Parlamentswahl in Grossbritannien hat der oppositionellen Labour-Partei laut Prognosen Gewinne beschert. Oppositionsführer Jeremy Corbyn äusserte sich am Freitag zuversichtlich.
09.06.2017 06:34

"Was immer das endgültige Ergebnis sein wird, unser positiver Wahlkampf hat die Politik zum Besseren verändert", teilte er per Kurznachrichtendienst Twitter mit. Der Nachwahlbefragung zufolge hat Corbyns Labour-Partei kräftig hinzugewonnen, eine Mehrheit für die regierenden Konservativen ist nicht sicher. Das amtliche Endergebnis wird am Freitagnachmittag veröffentlicht.

Nach Bekanntwerden der Prognosen verlor das britische Pfund zum Dollar bis zu 1,9 Prozent. Händler begründen dies damit, dass Labour-Chef Corbyn bei Buchmachern bisweilen in der Favoritenrolle auf den Posten des Premierministers gesehen wurde.

Schlechte Aussichten für Ukip

Laut Prognosen mehrerer Sender nach Schliessung der Wahllokale wurden die Konservativen zwar erneut stärkste Kraft, würden aber die absolute Mehrheit der 650 Sitze verfehlen. Labour dagegen gewänne Sitze hinzu und käme auf rund 260 Sitze. Die Schottische Nationalpartei (SNP) rutschte demnach deutlich ab.

Die Liberaldemokraten gewännen den Prognosen zufolge Mandate, die EU-feindliche United Kingdom Independence Party (Ukip) würde ihren einzigen Sitz im britischen Unterhaus verlieren.

Absage bei Liberaldemokraten

2010 hatten sich die Tories unter Mays Amtsvorgänger David Cameron mit den Liberaldemokraten zusammengetan. Eine solche Koalition schliessen die Liberaldemokraten nun aus. "Wir bekommen eine Menge Anrufe, um ganz klar zu sein: Keine Koalition, keine Deals", hiess es auf der Twitter-Seite der Pressestelle der Liberaldemokraten.

Zu Koalitionsverhandlungen mit den Konservativen bereit wäre dagegen die Partei der nordirischen Protestanten der DUP (Democratic Unionist Party). Das deutete der DUP-Politiker Jeffrey Donaldson an, der sich für die Partei um einen Sitz im britischen Parlament beworben hat. "Natürlich werden wir mit ihnen (den Konservativen) über ihren Wunsch sprechen, eine Regierung zu bilden", sagte Donaldson der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge.

(AWP)