Brüssel untersagt HeidelbergCement Übernahme in Kroatien

(Ausführliche Fassung) - Die EU-Kommission untersagt die geplante Übernahme des Zementherstellers Cemex Croatia durch die beiden deutschen Unternehmen HeidelbergCement und Schwenk. Dies teilte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am Mittwoch in Brüssel mit.
05.04.2017 13:40

Ausschlaggebend waren Bedenken der Kommission, dass der Wettbewerb auf dem Markt für Zement in Kroatien eingeschränkt würde. Folge könnten Preiserhöhungen sein. Das hätte Nachteile für die dortige Bauwirtschaft gebracht, argumentierte Vestager. HeidelbergCement und Schwenk hätten keine angemessenen Zusagen gemacht, um dies abzuwenden.

"Deshalb hat die Kommission entschieden, die Übernahme zu verbieten, um im Interesse der kroatischen Verbraucher und Unternehmen den Wettbewerb in Kroatien zu schützen", betonte die Kommissarin. Die Kommission setze Wettbewerbsregeln in der gesamten EU durch, egal wo die betroffenen Unternehmen ihren Sitz hätten.

HeidelbergCement kritisierte die Blockade durch die EU-Kommission. "Wir nehmen die Entscheidung zur Kenntnis, halten sie aber nicht für zutreffend", sagte ein Sprecher des Dax-Konzerns. "Wir sehen eine Reihe von starken Argumenten, die für eine Freigabe des Erwerbs sprechen." Zusammen mit Schwenk und dem Management des gemeinsamen kroatischen Gemeinschaftsunternehmens werde HeidelbergCement die Details der Entscheidung genau prüfen und "unsere Handlungsoptionen zum weiteren Vorgehen analysieren", sagte der Sprecher.

Cemex Crotia betreibt drei Zementwerke im kroatischen Split. Das Unternehmen Duna Drava Cement, eine gemeinsame Tochterfirma von HeidelbergCement und Schwenk, importiert Ware aus Bosnien-Herzegowina und macht Cemex damit Konkurrenz. Die Übernahme hätte aus Sicht der Kommission diesen Wettbewerb ausgehebelt.

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(AWP)