Bund lanciert Aktionsplan zu Pestiziden in der Landwirtschaft

Bern (awp/sda) - Die Bauern sollen weniger Pestizide einsetzen. Der Bund hat am Dienstag einen Aktionsplan in die Anhörung geschickt, der die Risiken von Pflanzenschutzmitteln um 50 Prozent reduzieren soll.
05.07.2016 11:23

Zum einen soll der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln vermindert werden, zum anderen sollen die Nebenwirkungen ausserhalb der behandelten Parzellen begrenzt werden.

Der Aktionsplan definiert langfristige Ziele zum Schutz der menschlichen Gesundheit, der Umwelt und der landwirtschaftlichen Kulturen, wie die beteiligten Bundesämter mitteilten. Um diese zu erreichen, werden im Aktionsplan 50 Massnahmen beschrieben.

UNKRAUT MECHANISCH BEKÄMPFEN

So sollen etwa alternative Pflanzenschutzmethoden wie die mechanische Unkrautbekämpfung gefördert werden. Mit neuen Anwendungsvorschriften soll die Auswaschung von Pflanzenschutzmitteln in die Gewässer reduziert werden.

Zudem sind Begleitmassnahmen im Bereich der Bildung und Beratung geplant. Gewerbliche Anwenderinnen und Anwender sollen in Weiterbildungskursen regelmässig über den neusten Wissensstand zur Risikominderung informiert werden.

RESISTENTE PFLANZEN ZÜCHTEN

Nach der Anhörung wollen die Bundesämter die Massnahmen priorisieren. Bereits bestehende Massnahmen wie die Züchtung krankheitsresistenter Pflanzensorten sollen ebenfalls dazu beitragen, dass die Ziele erreicht werden können.

Der Aktionsplan sei eine Chance für die Landwirtschaft, heisst es in der Mitteilung. Er mache die grossen Anstrengungen sichtbar, die beim Schutz der Kulturpflanzen vor Krankheiten und Schädlingen unternommen würden, um den Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt zu gewährleisten.

ERWARTUNG DER KONSUMENTEN ERFÜLLEN

Der Aktionsplan trage dazu bei, Lebensmittel zu produzieren, die den Erwartungen der Konsumenten und der Gesellschaft entsprächen. Er soll stetig weiterentwickelt werden, um die wirksamsten Massnahmen zu finden. Nach fünf Jahren will der Bund in einem Zwischenbericht Fortschritte ausweisen und mögliche Anpassungen vornehmen.

Der Aktionsplan wurde in Zusammenarbeit mit den Bundesämtern für Umwelt und für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen sowie mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft und Agroscope erarbeitet. Als Grundlagen dienten die Arbeiten von vier Expertengruppen sowie zwei Seminare mit den betroffenen Kreisen.

(AWP)