Bundesamt kürzte Direktzahlungen für 16 Prozent der Landwirtschaftsbetriebe

16% aller Schweizer Landwirtschaftsbetriebe sind 2016 mit einer Kürzung der Direktzahlungen sanktioniert worden. Insgesamt beliefen sich diese Kürzungen auf 8,2 Mio CHF. Die Direktzahlungen von 2,8 Mrd CHF gingen an rund 46'000 Betriebe.
13.08.2017 17:27

7'230 Bauernbetriebe mussten im vergangenen Jahr mit weniger Bundesgeld auskommen, wie Jürg Jordi, Sprecher des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW), einen Bericht der "SonntagsZeitung" bestätigte. Bei den Kontrollen zeigten sich Mängel bei der Umsetzung der Bedingungen für die Zahlungen.

Der Bund richtet den Bauern Direktzahlungen für diverse Leistungen aus. Darunter finden sich etwa Beiträge für Kulturland, Versorgungssicherheit, Biodiversität, Landschaftsqualität oder Produktionssysteme. Unter den letzteren Begriff fällt die Förderung besonders naturnaher, umwelt- und tierfreundlicher Produktion.

Das Sanktionssystem steht von verschiedener Seite in der Kritik. Bauernvertreter halten es für zu streng. Tierschützer gehen davon aus, dass viele der Sanktionen wegen Verstössen gegen die Tierhaltungsvorschriften erlassen wurden. Die Sanktionen seien zu mild und zu geringfügig, monieren sie.

In der Antwort auf einen parlamentarischen Vorstoss, der "verhältnismässige" Sanktionen verlangt, hielt der Bundesrat fest, im BLW sei eine Arbeitsgruppe am Prüfen, ob den Kantonen mehr Ermessensspielraum eingeräumt werden soll.

(AWP)