Bundesanwaltschaft ermittelt gegen Hildebrand

Gegen den ehemaligen SNB-Präsidenten Philipp Hildebrand ist ein Strafverfahren eingeleitet worden.
22.08.2013 13:01
Von Daniel Hügli
Musste wegen umstrittener Devisen-Deals gehen: Philipp Hildebrand.
Musste wegen umstrittener Devisen-Deals gehen: Philipp Hildebrand.
Bild: Bloomberg

Gegen den ehemaligen Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank läuft eine Strafuntersuchung. Das berichtet die "Weltwoche" in ihrer jüngsten Ausgabe. Die Bundesanwaltschaft (BA) bestätigt diesen Sachverhalt. Zum Inhalt der Untersuchung macht die BA keine Angaben

Es soll aber um den Verdacht auf Amtsmissbrauch oder Verletzung des Amtsgeheimnisses gehen, wie die "Weltwoche" spekuliert. Die Bundesanwaltschaft habe "in aller Diskretion" das Verfahren gegen den ex-Notenbanker eröffnet. Hildebrand mochte gegenüber der Wochenzeitung keine Stellung beziehen zum laufenden Verfahren.

Die "Weltwoche"  hatte zudem gemeldet, auch Hansueli Raggenbass stehe im Fokus der BA. Dies dementiert die BA-Sprecherin Jeannette Balmer.

Hildebrand trat am 9. Januar 2012 von seiner Funktion als SNB-Präsident zurück. Ihm und seiner Frau wurden Insidergeschäfte vorgeworfen. Raggenbass kündigte seinen Rücktritt einen Monat später an. Hildebrand war zurückgetreten, weil es ihm nicht möglich war zu beweisen, dass seine Frau ohne sein Wissen die Devisentransaktionen veranlasst hatte.

Ein E-Mail seines Bankberaters belastete Hildebrand schwer. Die Vorwürfe gegen Hildebrand waren im Dezember 2011 von SVP-Nationalrat Christoph Blocher an die damalige Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey herangetragen worden.

Die Vorwürfe gegen den Thurgauer Rechtsanwalt und SVP-Kantonsrat Hermann Lei wegen "Verletzung von Fabrikations- und Geschäftsgeheimnis" und der "Verletzung des Anwaltsgeheimnisses" werden eingestellt.

Damit ist aber Lei, der die Affäre Hildebrand wegen der Weiterleitung von Bankdokumenten an die "Weltwoche" ins Rollen gebracht hatte, nicht aus dem Schneider. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich kündigte an, einen Strafbefehl gegen Lei einzuleiten, wie der "Blick" berichtet. Gründe: "Gehilfenschaft zur Bankgeheimnisverletzung", "Versuchte Verleitung zur Verletzung des Bankgeheimnisses" und "mehrfache Verletzung des Schriftgeheimnisses"

"Wir werden diesen Schuldspruch sicher anfechten", sagt Leis Anwalt Valentin Landmann gegenüber der Zeitung.