Bundesräte Burkhalter und Schneider-Ammann begrüssen Wahl von Macron

Die Bundesräte Didier Burkhalter und Johann Schneider-Ammann haben sich positiv zur Wahl von Emmanuel Macron zum französischen Staatspräsidenten geäussert. Der Aussenminister wertet es als gutes Omen, dass es Macron gelungen ist, die Jugend hinter sich zu vereinigen.
08.05.2017 13:56

Macron habe eine "hervorragende politische Leistung" erbracht, sagte Burkhalter dem Westschweizer Radio RTS am Montag weiter. Als "interessant" bezeichnet Burkhalter die Debatte, die Macron während der Wahlkampagne über Werte ausgelöste habe.

Burkhalter lobte auch Macrons Rolle als "Sammler der Jugend". Man müsse die Bevölkerung gewinnen, um den Populismus zu besiegen. Macron habe am Sonntag den Beweis dazu geliefert.

Der 39-Jährige bringe auch selbst diesen Schwung der Jugend mit sich, sagte Burkhalter dem Schweizer Radio und Fernsehen SRF. Macron bringe auch Optimismus. "Es ist wichtig, ihm Vertrauen zu geben, dass er das machen kann, was er will."

WICHTIG FÜR EUROPA

Mit Blick auf die künftigen Beziehungen zwischen der Schweiz und Frankreich seien "zwei Elemente vorrangig: die bilateralen Beziehungen und das Zeichen, das Macrons Wahl für die EU bedeute", betonte Burkhalter.

Die Beziehungen zu Paris hätten "sich in den vergangenen Jahren noch verstärkt", sagte der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) weiter. Das sei "ein positives Element". "Wir werden diesen Weg fortsetzen", etwa bei den grenzüberschreitenden Beziehungen.

So sei die Unterzeichnung eines Abkommens zur Behebung des Steuerstreits um den Flughafen Basel-Mülhausen Ende März "ein wichtiges Element für die Entwicklung der ganzen Region, sowohl auf der französischen, als auch der schweizerischen und deutschen Seite".

Für die Stabilität und den Frieden in Europa sei die französisch-deutsche Zusammenarbeit entscheidend. Der Beitrag der Schweiz bleibe der bilaterale Weg, der die Stabilität mit der EU ermögliche. Er denke, dass mit Macron in diesem Sinn zusammengearbeitet werden könne.

TEAMPLAYER MACRON

In einem Beitrag für den "Blick" äusserte sich auch Bundesrat Johann Schneider-Ammann zum neuen Präsidenten Frankreichs: Er habe Macron getroffen, als dieser noch Wirtschaftsminister war, und ihn als "offenen und respektvollen Gesprächspartner" erlebt. An der Schweiz habe Macron etwa das liberale Arbeitsrecht sehr interessiert.

Was ihm besonders aufgefallen sei: "Seine Mitarbeiter sassen nicht unterwürfig am Tisch, wie es leider zu oft der Fall ist in solchen Runden. Sie haben sich offen eingebracht." Für die Schweiz erwartet der Wirtschaftsminister, dass die Beziehungen zu Frankreich unter Macron "noch weiter verbessert werden" könnten.

Frankreich zu reformieren, sei eine Herausforderung, schrieb Schneider-Ammann weiter. Aber die Franzosen haben viel Talent und Macron wird dazu beitragen, dass Talente sich wieder entfalten können." Dazu wünsche er ihm viel Erfolg.

mk

(AWP)