Bundesrat beschliesst weitere Verfeinerung des Risikoausgleichs

Bern (awp/sda) - Der Bundesrat verfeinert den Risikoausgleich in der obligatorischen Krankenversicherung. Damit wird es für die Krankenkassen weniger interessant, junge und gesunde Versicherte zu umwerben.
19.10.2016 11:57

Mit einer Verordnungsänderung hat der Bundesrat am Mittwoch beschlossen, bei der Berechnung des Risikoausgleichs als zusätzlichen Indikator pharmazeutische Kostengruppen einzuführen. Es handelt sich um Gruppen von Arzneimitteln, die im ambulanten Bereich zur Behandlung bestimmter Krankheiten eingesetzt werden.

Über den Medikamentenbedarf können jene Patienten ermittelt werden, die an kostenintensiven chronischen Krankheiten leiden, beispielsweise Diabetes, Herzkrankheiten, Asthma oder Depressionen. Das erlaubt es, die Versicherer via Risikoausgleich differenzierter zu entlasten.

Die pharmazeutischen Kostengruppen sollen erstmals 2020 im Risikoausgleich berücksichtigt werden. Sie ersetzen einen ab 2017 provisorisch geltenden Indikator, nämlich Arzneimittelkosten von über 5000 CHF. Weiter berücksichtigt der Risikoausgleich derzeit die drei Kriterien Alter, Geschlecht sowie Spital- oder Pflegeheimaufenthalte von mindestens drei aufeinander folgenden Nächten im Vorjahr.

Der Risikoausgleich ist ein Ausgleichsmechanismus unter den Krankenkassen. Jene, die viele junge, gesunde und damit günstige Versicherte haben, zahlen in den Risikoausgleich ein. Jene mit vielen alten und chronisch kranken Patienten erhalten Ausgleichszahlungen aus dem Risikoausgleich. Das macht die unerwünschte Jagd nach so genannten guten Risiken für Krankenkassen uninteressant.

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(AWP)