Bundesrat erhöht Drittstaaten-Kontingente

Bern (awp/sda) - Als Reaktion auf die Masseneinwanderungsinitiative hatte der Bundesrat die Kontingente für Erwerbstätige aus Drittstaaten ab 2015 gekürzt. Der Wirtschaft drohten daraufhin die Spezialisten auszugehen. Ab 2017 wird das Kontingent daher wieder aufgestockt.
23.11.2016 12:26

Das hat der Bundesrat schon im Oktober angekündigt. Am Mittwoch beschloss er nun definitiv, die Höchstzahlen für gut qualifizierte Arbeitskräfte aus Ländern ausserhalb der EU/EFTA um insgesamt 1000 zu erhöhen.

Damit stehen nächstes Jahr 3000 Aufenthaltsbewilligungen (B) und 4500 Kurzaufenthaltsbewilligungen (L) zur Verfügung. In den letzten Jahren waren es in beiden Kategorien je 500 weniger gewesen. Weitere 1000 Bewilligungen stehen 2017 als Reserve zur Verfügung. Damit will der Bundesrat flexibel auf die Bedürfnisse der Kantone reagieren können.

Der Ruf nach einer Erhöhung der Kontingente war aus einzelnen Kantonen und Wirtschaftszweigen gekommen. Im Oktober waren die Höchstzahlen schon fast ausgeschöpft gewesen. Es waren lediglich noch 1000 Bewilligungen vorrätig.

Bürgerinnen und Bürger von Ländern ausserhalb der EU/EFTA profitieren nicht vom freien Personenverkehr. Wollen Unternehmen eine Arbeitskraft beispielsweise in den USA rekrutieren, müssen sie um eine der zahlenmässig begrenzten Bewilligungen ersuchen.

Die Masseneinwanderungsinitiative verlangt, Höchstzahlen für alle ausländischen Arbeitskräfte einzuführen, also auch für jene aus der EU/EFTA. Im Parlament zeichnet sich aber eine Umsetzung der Initiative ohne Höchstzahlen ab.

cf/

(AWP)