Bundesrat erhöht Netzzuschlag für erneuerbare Energien

Bern (awp/sda) - Für die Förderung der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien bezahlen die Schweizer Stromkonsumentinnen und -konsumenten ab dem 1. Januar 2017 einen Zuschlag von 1,5 Rappen pro Kilowattstunde. Das sind 0,2 Rappen mehr als heute.
29.06.2016 13:50

Der Bundesrat hat am Mittwoch die Energieverordnung entsprechend angepasst. Er schöpft damit das gesetzliche Maximum aus. Mit der Erhöhung steigt die Belastung für einen 4-Personen-Haushalt mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 4'500 Kilowattstunden um 9 Franken auf 67,50 Franken pro Jahr.

Die Warteliste mit rund 40'000 Photovoltaik-, Wind- oder Biomasse-Anlagen kann aber trotz der Erhöhung nur unwesentlich abgebaut werden, wie das Umweltdepartement (UVEK) schreibt. Neue Anmeldungen für die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) könnten nicht mehr berücksichtigt werden. Weiterhin ausbezahlt würden Einmalvergütungen für kleine Photovoltaik-Anlagen bis 30 Kilowatt.

Die Energiestrategie 2050, die derzeit noch im Parlament beraten wird und frühestens 2018 in Kraft tritt, sieht eine Erhöhung des Netzzuschlags auf 2,3 Rappen vor. Allerdings reicht auch das nicht, um alle Anlagen auf der Warteliste zu fördern. Dies auch deshalb, weil das Parlament die Einspeisevergütung fünf Jahre nach Inkrafttreten des revidierten Gesetzes einstellen will.

Erneuerbare Energien werden seit 2009 über die KEV gefördert. Aus dem Netzzuschlagsfonds werden derzeit Anlagen gefördert, die zusammen pro Jahr rund 3,2 Terawattstunden Strom produzieren.

2014 wurde zusätzlich das Instrument der Einmalvergütung für kleine Photovoltaikanlagen geschaffen. Bis Ende März wurden über 13'000 solcher Einmalvergütungen ausbezahlt mit einer Gesamtsumme von 138 Millionen Franken. Die Wartezeit beträgt derzeit neun Monate.

mk

(AWP)