Bundesrat erwägt Regeln für Bonitätsprüfungen

Bern (awp/sda) - Der Bundesrat will prüfen, ob die Praktiken von Wirtschaftsauskunfteien stärker geregelt werden sollen. Er beantragt dem Nationalrat, ein Postulat von SP-Nationalrat Jean Christophe Schwaab (VD) anzunehmen. Dieser warnt vor den Auswirkungen fehlerhafter Informationen.
10.11.2016 17:50

Mit dem Aufschwung von "Big Data" seien viele Firmen entstanden, die sich auf Bonitätsprüfungen spezialisiert hätten, schreibt Schwaab. Diese beurteilten die Zahlungsfähigkeit nach mehr oder weniger seriösen Kriterien.

In einer Marktwirtschaft müsse zwar die Möglichkeit bestehen, sich über die Zahlungsfähigkeit von potenziellen Vertragspartnern ein Bild zu machen. Fehlerhafte Informationen könnten jedoch für beide Parteien äusserst schädlich sein, gibt Schwaab zu bedenken.

Wer aufgrund solcher Informationen glaube, sein Partner sei nicht zahlungsfähig, verzichte aus den falschen Gründen auf ein Geschäft oder nehme unnötige Kosten zur Absicherung auf sich. Wer zu Unrecht für beschränkt zahlungsfähig gehalten werde, könne unter Umständen keine Verträge mehr abschliessen.

Schwaab schlägt deshalb vor, Regeln zu erlassen - namentlich zu den Methoden, die zur Beschaffung von Informationen über Privatpersonen und Unternehmen verwendet werden dürfen. Der Bundesrat will das prüfen.

(AWP)