Bundesrat muss Bahn-Obligatorium für Gefahrgut am Simplon prüfen

Bern (awp/sda) - Der Bundesrat muss gegen seinen Willen prüfen, ob gefährliche Güter künftig obligatorisch per Bahn über den Simplon transportiert werden müssen. Der Nationalrat hat ein Postulat von Viola Amherd (CVP) mit 98 zu 94 Stimmen unterstützt, bei 3 Enthaltungen.
21.09.2016 15:31

Die Walliserin machte geltend, dass die Probleme mit gefährlichen Gütern auf der Simplon-Passstrasse trotz erfolgter Massnahmen nicht befriedigend gelöst seien. Für die Anwohner sei die Gefahr nicht mehr zumutbar.

Im Januar 2015 etwa verunfallte bei Brig-Glis ein von Simplon her kommender Zisternen-Sattelschlepper. "Das war die Geisterfahrt eines mit Giftstoffen beladenen 40-Tönners, dessen Bremsen nicht mehr funktionierten, und das auf einer stark abfallenden Strasse", sagte Amherd. Nur dank unglaublichem Glück habe es keine Toten gegeben.

In den Augen des Bundesrates ist der Gefahrguttransport auf der Passstrasse genügend sicher. "Der Bundesrat nimmt das Problem ernst", sagte Verkehrsministerin Doris Leuthard im Rat. Auch beim Gefahrguttransport per Bahn gebe es übrigens Risiken, denn die Züge würden auch durch die Städte Visp und Brig fahren.

Laut Leuthard investiert der Bund am Simplon jährlich 30 bis 40 Mio CHF in die Sicherheit. Eine Arbeitsgruppe, in der auch die Kantonsbehörden vertreten seien, prüfe laufend weitere Massnahmen. Zwei Drittel aller Transporte am Simplon hätten zudem das Wallis als Ziel oder kämen aus dem Wallis.

Leuthard wandte weiter ein, dass es auf der Simplon-Bahnstrecke keine Verlademöglichkeit für Schwerverkehr gebe. Sie fragte sich, wie unter diesen Umständen von der Industrie gefordert werden könne, die gefährlichen Transporte per Bahn abzuwickeln.

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(AWP)