Bundesrat regelt Details zur Steuertransparenz von Konzernen

Die Staatengemeinschaft will multinationale Konzerne zu Transparenz verpflichten und so verhindern, dass Gewinne in Tiefsteuerländer verschoben werden. Der Bundesrat hat nun die Details festgelegt. Betroffen sind Unternehmen mit einem Jahresumsatz ab 900 Mio CHF.
29.09.2017 12:35

Der Bundesrat hat am Freitag die Verordnung zum ALBA-Gesetz verabschiedet, mit dem die Vereinbarung über den Austausch länderbezogener Berichte umgesetzt wird. Es handelt sich um eine Massnahme des OECD-Aktionsplans zur Bekämpfung der Gewinnverkürzung und -verlagerung. Die Unternehmen müssen künftig transparent machen, wo sie wie viel Umsatz machen und Steuern zahlen.

Läuft die Referendumsfrist kommende Woche ungenutzt ab, treten die Vereinbarung, das Gesetz und die Verordnung dazu im Dezember in Kraft. Multinationale Konzerne in der Schweiz werden damit verpflichtet, ab dem Steuerjahr 2018 einen länderbezogenen Bericht zu erstellen. Die Schweiz und ihre Partnerstaaten werden somit ab 2020 die Berichte austauschen. Vorher können Konzerne auf freiwilliger Basis einen Bericht einreichen.

AB UMSATZ VON 900 MIO CHF

Gemäss der internationalen Vereinbarung sind multinationale Konzerne mit einem konsolidierten Jahresumsatz ab 750 Mio EUR zur Einreichung eines Berichts verpflichtet. Für die Schweiz führt die Umrechnung per vorgeschriebenem Stichtag zu einem Schwellenwert von 900 Mio CHF.

Beim Austausch länderbezogener Berichte wird die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) zur Drehscheibe für den Datenaustausch mit den Partnerstaaten und mit den kantonalen Steuerverwaltungen, wie der Bundesrat im erläuternden Bericht zur Verordnung schreibt.

Die Schweiz hat mit dem ALBA-Gesetz nur den Mindeststandard umgesetzt: Die Berichte werden nicht veröffentlicht. Die EU will die Unternehmen verpflichten, bestimmte Daten zu veröffentlichen. Das könnte jene Schweizer Unternehmen betreffen, die Tochtergesellschaften in der EU haben.

(AWP)