Bundesrat will Inhaber von Geschäftsautos nicht pauschal besteuern

Der Streit um die Besteuerung privat genutzter Geschäftsautos geht weiter. Der Bundesrat lehnt die Forderung der ständerätlichen Verkehrskommission (KVF) nach einer Pauschale ab.
09.11.2017 14:33

Heute müssen Angestellte, die ein Geschäftsauto privat nutzen, pro Jahr 9,6% des Kaufpreises als Einkommen versteuern. Hinzu kommen 70 Rappen pro Kilometer für den Arbeitsweg, die ebenfalls als Einkommen gelten. Seit 2016 können davon beim Bund maximal 3000 CHF als Gewinnungskosten abgezogen werden. Rund die Hälfte der Kantone kennt ebenfalls eine Obergrenze für den Abzug.

National- und Ständerat möchten erreichen, dass die neue Beschränkung des Abzugs die Inhaber von Geschäftsfahrzeugen nicht zusätzlich belastet. Über den Modus sind sie sich aber nicht einig geworden.

Mit einer Motion schlug die Ständeratskommission einen dritten Weg vor. Sie will die gesamte private Nutzung über eine Pauschale besteuern. Dafür soll der Anteil am Kaufpreis erhöht werden, der heute als Einkommen versteuert werden muss. Ein Gewinnungskosten-Abzug wäre nicht mehr möglich.

Der Bundesrat ist zwar wie die KVF der Meinung, dass dadurch die administrative Entlastung kleiner würde, wie er in seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort schreibt. Kehrseite des Vorschlags sei, dass die Pauschale weder der individuellen Situation der Steuerpflichtigen noch den unterschiedlichen kantonalen Abzugsgrenzen Rechnung trage, schreibt der Bundesrat.

Die Erhöhung des Privatanteils treffe daher auch Mitarbeitende in Kantonen ohne Beschränkung des Fahrkostenabzugs. Diese müssten mit höheren Kantons- und Gemeindesteuern rechnen. Er erinnert auch daran, dass die grossen Wirtschaftsverbände die heute geltende Lösung unterstützen. Der Bundesrat empfiehlt die Motion daher zur Ablehnung.

dm/

(AWP)