Bundestag - Deutschland geht an die Wahlurnen

In Deutschland läuft die Wahl zum neuen Bundestag bereits seit dem Morgen.
24.09.2017 10:45
Ein Wahlkampf-Schirm der liberalen FDP in Köln wird überragt von einem CDU-Plakat, das Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt.
Ein Wahlkampf-Schirm der liberalen FDP in Köln wird überragt von einem CDU-Plakat, das Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt.
Bild: cash

Um 8 Uhr öffneten am Sonntag landesweit die Wahllokale. Die Bürger haben bis 1800 Uhr Zeit, ihre Stimmen abzugeben. Schon früh gaben SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz und der Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir ihr Votum ab. Kanzlerin Angela Merkel will dies am frühen Nachmittag tun.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief in der "Bild am Sonntag" alle Deutschen auf, wählen zu gehen. "Wahlrecht ist Bürgerrecht. Für mich ist es in einer Demokratie vornehmste Bürgerpflicht. Gehen sie zur Wahl", schrieb er. Es gehe um viel. "Wenn sie wählen, geht es um das, was Ihnen wichtig ist. Wenn sie nicht wählen, entscheiden andere", mahnte Steinmeier.

Schulz stimmte in seiner Heimatstadt Würselen bei Aachen kurz nach 10 Uhr ab. Hand in Hand mit seiner Ehefrau Inge betrat er das Wahllokal und begrüsste die Wahlhelfer mit Handschlag. "Mir geht es gut", sagte er zu den wartenden Journalisten. Nervös sei er nicht, versicherte er. Die letzten Wahlumfragen räumen ihm aber wenig Chancen ein, Kanzlerin Merkel in ihrem Amt ablösen zu können.

Wahlberechtigt sind rund 61,5 Millionen Bundesbürger. Sie können unter bundesweit 42 Parteien und 4828 Bewerbern auswählen. Nach den Umfragen dürfte die Union erneut mit Abstand stärkste Kraft werden. Im neuen Parlament dürften wohl durch die Rückkehr der FDP und den erstmaligen Einzug der rechtspopulistischen AfD voraussichtlich sechs statt bisher vier Fraktionen vertreten sein.

Die Zahl der Abgeordneten könnte von 630 auf bis zu etwa 700 steigen. Gewählt wird in 299 Wahlkreisen. In Berlin sind die Bürger zudem zu einem Volksentscheid über die Offenhaltung des Flughafens Tegel aufgerufen. Der rot-rot-grüne Senat lehnt dies unter Verweis auf den noch immer im Bau befindlichen Grossflughafen BER ab. Ein Ja im Volksentscheid bedeutet aber nicht, dass der Wählerwille umgesetzt werden muss.

(Reuters)