Bundesverwaltungsgericht: Beschwerde gegen Doppelspur in Walchwil abgewiesen

Das Bundesverwaltungsgericht hat eine Beschwerde gegen den Ausbau und die Erneuerung der SBB-Strecke am Ostufer des Zugersees abgewiesen. Der Verein "IG Neat Zug" hatte gegen das im August 2015 genehmigte Projekt opponiert.
13.01.2017 12:54

Der Verein rügte im Wesentlichen, die Lärmwerte seien nicht korrekt ermittelt und mögliche Varianten unzureichend abgeklärt worden. Die Mitglieder forderten deshalb, die Sache an das Bundesamt für Verkehr (BAV), beziehungsweise die SBB zurückzuweisen.

Das Bundesverwaltungsgericht hat das Begehren in seinem am Freitag publizierten Urteil nun abgewiesen. Es hält fest, dass der Lärm gemäss den geltenden Vorgaben ermittelt worden sei. Es sei nicht ersichtlich, dass neuere gefestigte Methoden für die Beurteilung von Eisenbahnlärm bestehen würden.

Hinsichtlich der Variantenprüfung schreibt das Gericht, dass diese weder unzureichend, einseitig noch fehlerhaft erfolgt sei. Der Verein hatte bemängelt, dass die von ihm bevorzugte Variante mit einer Doppelspur zwischen Murpfli und Eielen nicht korrekt geprüft worden sei. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann ans Bundesgericht weitergezogen werden.

BAUSTART URSPRÜNGLICH ENDE 2016 GEPLANT

Wann die Bauarbeiten beginnen - wenn überhaupt - ist somit noch nicht klar. Der Ausbau der SBB-Strecke am Ostufer des Zugersees hätte ursprünglich Ende 2016 starten sollen. Nun dürfte es je nach Ausgang der juristischen Streitigkeiten frühestens Ende 2017 werden.

Bis dann wird der Fernverkehr wie bisher an der Ostseite des Sees entlang geführt. Wird diese Strecke dereinst, wie von den SBB geplant, für eineinhalb Jahre gesperrt, werden die Züge über Rotkreuz umgeleitet. Die Reisezeit ins Tessin dauert in dieser Zeit entsprechend länger. Sie ist aber immer noch kürzer als vor der Eröffnung des neuen Gotthard-Tunnels.

Neben dem Bau eines neuen Doppelspurabschnitts wollen die SBB vor allem die Infrastruktur erneuern. Gleisanlagen und Oberleitungen sollen komplett ersetzt und sieben kleine Tunnels so ausgebaut werden, dass künftig auch Doppelstockwagen durchfahren können.

cf/

(AWP)