Bundesverwaltungsgericht: Kartellsanktion von 12 Mio CHF gegen Nikon bestätigt

(Um die Reaktion von Nikon ergänzt.)
29.09.2016 15:51

St. Gallen (awp/sda) - Das Bundesverwaltungsgericht hat eine Beschwerde der Nikon AG (Schweiz) gegen eine Sanktion der Wettbewerbskommission (WEKO) wegen Behinderung von Parallelimporten in der Hauptsache abgewiesen. Der japanische Kamerahersteller muss eine Busse von 12 Mio CHF zahlen.

Das Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen kommt in seinem Urteil zum Schluss, dass die Konzernniederlassung in der Schweiz in den Jahren 2008 und 2009 die Einfuhr von Fotoapparaten, Wechselobjektiven und Blitzgeräten ihrer Marke in die Schweiz behindert habe. Dadurch sei der Wettbewerb in der Schweiz erheblich beeinträchtigt worden.

Die beschlagnahmte interne Korrespondenz der Nikon und die Befragung von Händlern würden gemäss den St. Galler Richtern konkrete Indizien dafür liefern, dass das Unternehmen eine gezielte Umsetzung der inländischen Importverbote verfolgte. Zudem habe es in mehreren Ländern Exportverbote gegeben.

Die Korrespondenz belege, dass die Nikon durch Testkäufe, Rückverfolgung von Seriennummern und Abmahnung von Händlern aktiv auf die Behinderung von Einfuhren in die Schweiz hingewirkt habe. Hätten die involvierten Firmen nicht kooperiert, seien bestehende Verträge gekündigt worden.

Die Abreden zwischen Nikon und den beteiligten Vertragshändlern haben gemäss Bundesverwaltungsgericht zu einem absoluten Gebietsschutz geführt, auch wenn nicht ein Alleinvertrieb für einen bestimmten Händler vereinbart worden sei.

HINWEIS EINES HÄNDLERS

Das im März 2010 durch die WEKO eröffnete Verfahren gegen Nikon wurde durch einen Hinweis eines Händlers auf eine mögliche Behinderung von Parallelimporten angestossen.

Die WEKO sprach Ende 2011 eine Sanktion von 12,5 Mio CHF gegen Nikon aus. Das Bundesverwaltungsgericht hat den Betrag um eine halbe Million gesenkt.

Bei der Schweizer Niederlassung der Nikon ist man enttäuscht über das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts. Wie es in einer Medienmitteilung vom Donnerstag bekannt gibt, will das Unternehmen den Entscheid nun eingehend prüfen. Er kann noch an das Bundesgericht weiterzogen werden. (Urteil B-581/2012 vom 16.09.2016)

(AWP)