Burkhalter: Haben Missionarin mehrfach vor Reisen nach Mali gewarnt

Berne (awp/sda) - Die Freilassung der in Timbuktu entführten Schweizer Missionarin steht für die Schweiz weit oben auf der Prioritätenliste. Auch wenn Bern die Frau mehrfach davor gewarnt hat, nach Mali zu reisen, wie Aussenminister Didier Burkhalter sagt.
31.01.2016 20:43

Die Fall sei sehr heikel und sehr schwierig zu lösen, sagte Burkhalter in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung "Le Matin Dimanche". Die Freilassung werde nicht einfach zu erreichen sein.

Es ist bereit die zweite Entführung der Missionarin; die Baslerin war bereits 2012 verschleppt worden. "Ihre letzte Freilassung erfolgte schnell, nach nur ein paar Tagen. Die Forderung der Entführer war klar: Sie sollte nicht nach Mali zurückkehren", sagte Burkhalter.

Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) habe die Frau mehrmals auf die Gefahren hingewiesen, welchen sie sich bei einer Rückkehr nach Mali aussetzen würde. "Aber sie ist Missionarin, sie sieht ihr Leben und ihre Aufgabe dort. Ich urteile nicht darüber."

Derzeit arbeite das EDA an verschiedenen Szenarien, sagte Burkhalter. Und "wir fordern ihre bedingungslose Freilassung". "Wir kämpfen dafür, dass sie am Leben bleibt." Aber das sei leider nicht einfach.

Die Entführer, eine der Al-Kaida im Maghreb nahestehende Gruppierung, fordern die Freilassung mehrerer Gesinnungsgenossen, die in malischen Gefängnissen sitzen. Zudem fordern sie die Freilassung ihres Anführers Ahmad Al Faqi Al Mahdi. Dieser wird am Internationale Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag festgehalten, wo ihm der Prozess für die Zerstörung historischer Kulturgüter in Timbuktu gemacht werden soll.

(AWP)