WEF 2015

cash-WEF-Splitter: Narziss Roubini

Nouriel Roubini ist verliebt in Twitter +++ Die wirklichen «globalen Herausforderungen» +++ Mit dem Privatjet zum Klimagipfel.
21.01.2015 13:06
Von Ivo Ruch und Marc Forster, Davos
Ökonom Nouriel Roubini nimmt seit Jahren am WEF teil.

Der cash-WEF-Splitter informiert jeden Tag von Mittwoch bis Freitag über Auf- und Abfälliges am Treffen der Weltwirtschaftsführer und Spitzenpolitiker in Davos.

Nouriel Roubini, amerikanischer Star-Ökonom und einer der treusten WEF-Gäste, ist auch auf Twitter äusserst aktiv. 327'000 User haben seine Kurznachrichten abonniert. Doch Beliebtheit macht mitunter eitel, wie in diesem Fall gut beobachtet werden konnte. Denn an verschiedenen Standorten in Davos sind grosse Bildschirme aufgebaut, auf denen die Twitter-Aktivitäten der WEF-Teilnehmer live mitverfolgt werden können - Arianna Huffington, Bill Gross, John Kerry oder eben auch Nouriel Roubini.

Roubinis Zwitscher-Strategie sieht gelegentlich so aus: Er publiziert eine Nachricht und wartet dann vor einem dieser Bildschirme, bis sein Tweet auftaucht. Als nächstes fotografiert er seine eben gesendeten Zeilen - und twittert wiederum dieses Bild. Man kommt nicht umhin, bei dieser Aktion an Mani Matters Lied "Bim Coiffeur" zu denken: "und dert drin spieglet sech dr spiegel da vor mir / und i däm spiegel widerum dr spiegel hindefür". Im Unterschied zum Berner Liedermacher liess sich Roubini von seinem vervielfachten Angesicht allerdings nicht erschrecken.

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Eine grosse Herausforderung des WEF ist die Verpflegung seiner Teilnehmer. Das Problem wird auf vielfältige Weise gelöst. An allen Ecken und Enden stehen Buffets herum, an denen Speisen angeboten werden. Hotelbars offerieren kostenlose Getränke. Organisatorische Notwendigkeiten am WEF - und der Appetit, den die Verpflegungsmöglichkeiten bei den Teilnehmern auslösen - lassen auch gewisse Statusunterschiede kleiner werden. So steht man im Hotel Steigenberger Belvédère neben Credit-Suisse-Verwaltungsratspräsident Urs Rohner, der sich gerade eine Schale Joghurt von Frühstücksbuffet nimmt, oder bedient sich neben Glencore-Chef und Multi-Milliardär Ivan Glasenberg an der Kaffeemaschine.

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Die 2500 WEF-Besucher in diesem Jahr stellen einen neuen Rekord dar. Doch die Staatschefs und Nobelpreisträger müssen alle irgendwie in die Alpenstadt gebracht werden. Neben dem Zug, dem Auto oder dem Linienflug leisten sich immer mehr Besucher einen Privatjet. Wie flightradar24.com, eine Website für Flugzeugbeobachtung, berichtet, werden in diesen Tagen am Flughafen Zürich 1700 Privatjets erwartet. Ein Teil dieser Passagiere wird in Davos über den Klimawandel debattieren. Tja.