cash-WEF-Splitter: Soros lobt Schweizer Drogenpolitik

Milliardär George Soros für einmal als Fachmann für Drogenpolitik -- Armeechef André Blattmann nach dem Truppenbesuch -- Und: Schweizer Fahnen auf der Schatzalp auf Halbmast.
24.01.2013 01:00
Von Daniel Hügli, Davos
cash-WEF-Splitter: Soros lobt Schweizer Drogenpolitik
Bild: wef

cash ist am World Economic Forum (WEF) in Davos. Der cash-WEF-Splitter informiert täglich bis Freitag über Auf- und Abfälliges am Treffen der Weltwirtschaftsführer und Spitzenpolitiker.

Früher gnadenloser Spekulant, heute zahm gewordener Investor mit philantropischer Ader und Talent zum Selbstmarketing. Der 23-Milliarden-Dollar-Mann George Soros, der in diesem Jahr 82 Jahre alt wird, ist regelmässiger Gast am WEF. Im letzten Jahr wetterte er einmal mehr öffentlich gegen seinen Intimfeind Deutschland, das laut Soros zu wenig tat und tut, um die Eurokrise zu entschärfen. Am Mittwoch trat er nun in ganz anderer Mission auf. Zusammen mit dem Staatspräsidenten von Guatemala, Otto Perez Molina, rief er anlässslich einer Pressekonferenz zu einem Stop der Drogenkriege auf und zu einem Umdenken in der Drogenpolitik. Dabei lobte Soros die Schweizer Drogenpolitik "als gute Alternative", die international "grosse Beachtung" fand. Soros engagiert sich in Guatemala finanziell mit einer Anti-Drogenkrieg-Stiftung.

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Einer stach in der grossen Halle des scharf bewachten Davoser Kongresszentrums am Mittwochnachmittag optisch besonders heraus. Armeechef André Blattmann, sozusagen im "Tenue A". "Ich komme eben vom Truppenbesuch und habe mich noch rasch umgezogen", sagt Blattmann im Gespräch mit cash. Die Armeeangehörigen seien sehr motiviert, während des WEF Einsatz zu leisten. "Die Schweiz muss Sorge tragen zum WEF, und es macht uns Freude, wenn wir dazu einen Beitrag leisten können", so Blattmann.

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Spaziergänger und Schlittler staunten noch am Sonntag nicht schlecht, als sie aufs Dach des historischen Berghotels Schatzalp blickten. Da wehten doch beide Schweizer Fahnen auf Halbmast oder noch tiefer. Ein kurzer Blick aufs Smartphone gibt Entwarnung: Kein Bundesrat oder sonstein Würdenträger ist plötzlich verstorben. Ein Anruf an die Reception des Hotels, das 50 Jahre lang ein berühmtes Sanatorium war, bringt Klärung. Kein Scherz steckt dahinter, sondern der Wind, der die Fahnen "erniedrigt" habe.