Aber die wirtschaftliche Gesamtsituation sei schwierig, sagte er in einem Interview mit den CH Media-Zeitungen vom Dienstag. "Wir sind in Kontakt mit Dutzenden, wenn nicht Hunderten von Firmen, um ihnen die Bedingungen und Vorteile einer Börsenkotierung darzulegen, und rechnen in den nächsten Jahren mit zehn bis zwanzig neuen Firmen in diesem Segment. Wir spüren ein grosses Interesse", sagte Dijsselhof.

Die wirtschaftliche Gesamtsituation in Europa und in der ganzen Welt sei nicht sehr einladend für Firmen, einen Börsengang oder eine Kapitalerhöhung durchzuführen. "Zudem stehen wir auch in Konkurrenz zu den sogenannten Privatmärkten", sagte Dijsselhof.

Das seien Märkte, auf denen zum Beispiel Private-Equity-Investoren kapitalsuchende Unternehmen direkt finanzieren würden, ohne dass das breite Anlegerpublikum eine Gelegenheit erhalte, mitzumachen. "Und schliesslich müssen wir uns den kleineren Kuchen mit allen anderen Börsen und ausserbörslichen Plattformen in Europa und Übersee teilen", sagte Dijsselhof.

Sorgen über Regulierung der Politik

Es gehe rauf und runter im Börsengeschäft, aber öffentliche Börsen gebe es seit Hunderten von Jahren und es werde sie auch in Zukunft brauchen. "Wir müssen jedoch Acht geben, dass die Anforderungen für eine Börsenkotierung kleinere Firmen nicht zu sehr benachteiligen. Deshalb haben wir im vergangenen Jahr auch dieses neue Segment lanciert", sagte Dijsselhof.

Sorgen mache ihm die Politik, die ihre Regulierungsprojekte oft nur auf börsenkotierte Firmen anlege. "Börsenkotierte Firmen bilden eine leicht überschaubare Gruppe und lassen sich deshalb leichter regulieren als private Unternehmen, die schon statistisch schwerer zu erfassen sind", sagte Dijsselhof.

Das Problem dieser Einseitigkeit sei, dass börsenkotierte Firmen so benachteiligt würden. "Wir haben diese Kritik schon oft angemeldet, aber sie wird in der Politik bislang viel zu wenig zur Kenntnis genommen."

(AWP)