Chef der 'Wirtschaftsweisen': Bankenrettung in Italien gefährlich

ESSEN/ROM (awp international) - Der Chef der "Wirtschaftweisen", Christoph Schmidt, sieht erhebliche Gefahren im Fall einer Rettung der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi di Siena durch den Staat. Zum Umbau des Instituts müssten die Gläubiger der Bank beitragen, nicht die Steuerzahler, sagte er der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Montag). Halte Italien die Regeln nicht ein, sei "die Bankenunion nicht glaubwürdig", betonte Schmidt, der das Essener RWI Leibnitz-Institut leitet und zugleich Vorsitzender des Sachverständigenrates der Bundesregierung ist.
18.12.2016 14:54

Die älteste Bank der Welt muss eine Kapitallücke von fünf Milliarden Euro schliessen. Sollte sie dabei scheitern, droht ihr die Abwicklung.

Staaten wie Italien müssten endlich die notwendigen Reformen angehen, sagte Schmidt dem Blatt weiter. Geschehe das nicht, gingen von der drittgrössten Volkswirtschaft Europas grosse Gefahren für die Gemeinschaftswährung aus. Schmidt: "Müsste Italien unter den Rettungsschirm, könnte es für den Euro-Raum brenzlig werden."/ls/DP/das

(AWP)