China nennt nordkoreanischen Atomtest «nicht weise»

Nach dem neuen nordkoreanischen Atomtest hat China die Staatengemeinschaft zur Zurückhaltung aufgerufen, gleichzeitig aber auch Süd- und Nordkorea kritisiert.
09.09.2016 07:13
China gilt als grösster Verbündeter Nordkoreas.
China gilt als grösster Verbündeter Nordkoreas.
Bild: cash

Niemand, auch nicht Nordkorea, könne ein Interesse an Chaos oder Krieg auf der koreanischen Halbinsel haben, hiess es in einem am Freitag veröffentlichten Kommentar der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Der Test sei zwar "nicht weise", hiess es weiter. Allerdings habe Südkorea durch die Entscheidung zur Stationierung des US-Raketenabwehrsystems Thaad das strategische Gleichgewicht in der Region schwer beschädigt. Die Regierung in Peking ist der wichtigste Verbündete Nordkoreas. Das abgeschottete kommunistische Land hatte in der Nacht einen fünften Atomtest unternommen.

Nordkorea hat am Freitag die Zündung einer Atombombe bestätigt. Es habe sich um einen "erfolgreichen" Atomwaffentest gehandelt, berichtete das staatliche Fernsehen. Bei dem Test sei ein "neu entwickelter Atomsprengkopf" zur Explosion gebracht worden, hiess es in dem Bericht.

Glückwunschtelegramm von Nordkoreas Regierung

"Unsere Partei hat den Atomwissenschaftlern ein Glückwunschtelegramm für den erfolgreichen Atomtest übermittelt", hiess es weiter. Zuvor hatte es aus Südkorea geheissen, der Norden habe "höchstwahrscheinlich" zum fünften Mal eine Atombombe zu Testzwecken gezündet.

Am Freitagmorgen hatten internationale Erdbebenwarten Erdstösse der Stärke 5,3 im Bereich des nordkoreanischen Atomtestgeländes Pyunggye-Ri registriert, die nach Einschätzung südkoreanischer Experten von einer Bombenexplosion herrührten.

Nach dem Atomtest startete China einen Notfallplan und Messungen von Radioaktivität an der Grenze zu Nordkorea. Das Umweltschutzministerium in Peking teilte mit, dass Messstationen in den drei nordostchinesischen Provinzen und in der Provinz Shandong "normal arbeiten". Über erhöhte Radioaktivität wurde nichts berichtet.

(AWP/Reuters)