China plant offenbar Beschränkungen bei Auslands-Zukäufen

China bereitet offenbar umfangreiche Einschnitte bei Auslandsakquisitionen chinesischer Unternehmen vor, da deren Einkaufstour die Landeswährung unter Druck bringt.
03.12.2016 14:55
Chineische Yuan: Die Einkauftouren der chinesischen Konzerne bringt die Währung unter Druck.
Chineische Yuan: Die Einkauftouren der chinesischen Konzerne bringt die Währung unter Druck.
Bild: Pixabay

Das hat Bloomberg von Personen erfahren, die mit den Vorgängen vertraut sind. Die Aufseher werden demnach generell Auslandskäufe von 10 Milliarden Dollar und mehr untersagen, wobei es allerdings Ausnahmen für einige strategische Transaktionen geben soll. Davon betroffen sind auch die Immobilieninvestments staatlicher Unternehmen im Ausland ab 1 Milliarden Dollar. Zudem sollen die Beschränkungen für das Delisting von im Ausland börsennotierten Unternehmen gelten, wenn dafür Gelder aus dem chinesischen Onshore-Markt verwendet werden, wie weiter verlautete.

Die Beschränkungen werden bis Ende September 2017 gelten, wie es hiess. Der Grund für die Massnahmen sei nicht genau erklärt worden. Die Regulatoren werden den Informationen zufolge besonders aufmerksam sein, wenn es um Transaktionen hoch verschuldeter Unternehmen und solcher mit schwacher Eigenkapitalrendite geht.

Darüber hinaus wolle China auch Auslandsinvestitionen von mindestens 1 Milliarden Dollar ausserhalb des Kerngeschäfts eines Käufers beschränken, sowie Beteiligungskäufe von unter zehn Prozent an einer im Ausland börsennotierten Gesellschaft. Beschränkungen solle es zudem für Auslandsakquisitionen chinesischer Tochterunternehmen geben, wenn das Zielobjekt höher bewertet wird als die chinesische Muttergesellschaft.

Richtlinien für Behörden

Der chinesische Staatsrat wird den Informationen zufolge Richtlinien für die Einschnitte herausgeben, für die Regierungsbehörden anschliessend detailliertere Regeln für die Umsetzung ausarbeiten werden. Die Nationale Entwicklungs-und Reform Kommission (NDRC) antwortete nicht sofort auf Fragen von Bloomberg per Telefax. Das Wall Street Journal hatte am Freitag über die Massnahmen berichtet und dabei auf nicht genannte Personen sowie der Zeitung vorliegende Unterlagen verwiesen.

Anfang Woche hiess es in einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua, der auf der Website der NDRC veröffentlicht wurde, die Regierung werde Auslandsprojekte einiger Unternehmen in Übereinstimmung mit geltenden Regeln überprüfen.

(Bloomberg)