China überrascht mit starkem Aussenhandel

(Ausführliche Fassung) - Chinas Exporte sind trotz des Handelskriegs mit den USA im September stark gestiegen. In US-Dollar gerechnet, seien die Ausfuhren im Jahresvergleich um 14,5 Prozent gestiegen, hiess es in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung der Zollbehörde in Peking. Analysten wurden vom Ausmass des Anstiegs überrascht. Sie hatten im Mittel eine deutlich geringeres Wachstum der Exporte um 8,2 Prozent erwartet.
12.10.2018 10:42

Einen kräftigen Anstieg gab es auch bei den Importen. So legten die Einfuhren dank einer starken heimischer Nachfrage um 14,3 Prozent zu. Hier hatten Experten allerdings mit einem Zuwachs in dieser Grössenordnung gerechnet.

Ökonomen gehen nicht davon aus, dass die Exportdynamik in den kommenden Monaten anhalten wird. Der starke Anstieg im September wurde vielmehr damit erklärt, dass Unternehmen Exportgeschäfte vor Inkraftreten neuer Strafzölle vorgezogen haben.

Besonders deutlich zeigte sich die Entwicklung im Handel mit den USA. Chinas Überschuss beim US-Geschäft erreichte im September einen Rekord von 34 Milliarden US-Dollar, was die Spannungen zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften weiter anfachen könnte. Die USA sind nach der Europäischen Union der zweitgrösste Handelspartner Chinas.

US-Präsident Donald Trump hatte mehrfach die hohen Überschüsse Chinas im Handel mit den USA kritisiert und von "unfairen" Praktiken gesprochen. Die aktuellen Handelsdaten könnten die Spannungen zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften der Welt verstärken.

Allerdings haben Experten des US-Finanzministeriums laut einem Pressebericht bei einer Untersuchung der Kursentwicklung des Yuan keine Hinweise auf eine Währungsmanipulation durch China gefunden. Die Mitarbeiter des Ministeriums hätten Finanzminister Steven Mnuchin über das Ergebnis ihrer Nachforschungen unterrichtet, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag. Die Agentur berief sich dabei auf zwei namentlich nicht genannte Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seien.

Zuvor hatte US-Präsident Trump China vorgeworfen, den Wert der heimischen Währung künstlich niedrig zu halten, um sich Vorteile beim Handel zu verschaffen./jkr/jsl/fba

(AWP)