China will laut Medien Einfuhrzölle weiter senken - USA erst einmal aussen vor

Chinas Premierminister Li Keqiang will offenbar seiner Werbung für mehr Freihandel bald weitere Taten folgen lassen. So könnte der durchschnittliche Satz für Einfuhrzölle auf Waren der wichtigsten Handelspartner bereits im Oktober weiter gesenkt werden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Li hat diesen Schritt bereits am Mittwoch bei dem als "Sommer-Davos" genannten Weltwirtschaftsforum in Tianjin angedeutet, ohne Details zu nennen.
20.09.2018 07:56

China hatte bereits im Juli zahlreiche Einfuhrzölle gesenkt. Das Land will damit die zuletzt ins Stocken geratene Wirtschaft ankurbeln. Auf der Liste der wichtigsten Handelspartner stehen auch die Vereinigten Staaten. Diese wären damit im Prinzip auch von der Senkung der Zölle betroffen - allerdings kann der allgemeine Satz für die Zölle durch Einzelvereinbarungen ausgehebelt werden. Dies ist zur Zeit im Handel mit den USA der Fall.

Die Vereinigten Staaten und China überziehen sich derzeit gegenseitig mit einer Reihe von neuen Zöllen auf zahlreiche Waren. Dieser Handelsstreit der beiden grössten Volkswirtschaften der Welt hatte in den vergangenen Tagen eine neue Eskalationsstufe erreicht. US-Präsident Donald Trump hatte den Konflikt durch neue Sonderzölle auf China-Importe im Wert von weiteren 200 Milliarden Dollar befeuert.

Das Handelsministerium in Peking reagierte umgehend und kündigte Vergeltung an. So sollen US-Importe im Wert von 60 Milliarden Dollar mit Extrazöllen belegt werden. China kann mit eigenen Strafzöllen auf Importe aus den USA allerdings nur begrenzt Vergeltung ausüben, weil das Land deutlich weniger Waren aus den Vereinigten Staaten einführt als andersherum./zb/stk/fba

(AWP)