Chinas Zentralbank kündigt schärfere Kontrollen von Bitcoin an

Die chinesische Zentralbank will die virtuelle Währung Bitcoin schärfer kontrollieren. Sie habe gegenüber den Bitcoin-Handelsplattformen im Land eine "ernste Warnung" ausgesprochen, teilte die Zentralbank am Donnerstag mit.
09.02.2017 14:58

Kontrolleure der Zentralbank hätten bei einem Treffen mit Vertretern von neun Handelsplattformen aus Peking am Mittwochabend eine ganze Reihe von Warnungen ausgesprochen, erläuterte die Notenbank. So seien den Händlern etwa Geschäfte verboten, bei denen sie sich zunächst für den Kauf von Bitcoin verschulden und den Kredit später mit Spekulationsgewinnen abzahlen.

Reaktion auf Kapitalflucht

Die Plattformen seien aufgefordert worden, sich nicht zur Geldwäscherei verführen zu lassen und die geltenden Gesetze auf dem Währungsmarkt zu befolgen. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Regierung vor allem die Kapitalflucht im Blick hat.

Die chinesischen Devisenreserven sind erstmals seit sechs Jahren unter die Schwelle von drei Billionen Dollar gefallen. Die Zentralbank nutzt die Reserven vor allem, um die heimische Währung gegenüber dem Dollar zu stützen.

Die Regierung hat bereits eine Obergrenze eingeführt, wie viel Yuan die Bürger in Dollar umtauschen können. Bitcoin wird eifrig genutzt, um die Obergrenze zu umgehen. Wer kann, kauft mit Yuan Bitcoin und verkauft das virtuelle Geld für Dollar.

Mitte Januar hatten Ermittler der Zentralbank bereit Büros von Bitcoin-Handelsplattformen durchsucht. 98 Prozent des Handels mit der virtuellen Währung laufen über drei Plattformen in der Volksrepublik: BTC China, Okcoin und Huobi.

Bitcoin gibt es seit 2009. Damals war die Währung lediglich ein paar Cent wert. Hinter dem virtuellen Geld steckt der Gedanke, eine Währung zu schaffen, die unabhängig von Staaten, Zentralbanken und der Geldpolitik ist. Erfunden wurde sie unter dem Eindruck der Finanzkrise.

(AWP)