Clinton gewinnt laut Umfrage in TV-Debatte gegen Trump

Knapp drei Wochen vor der Präsidentenwahl in den USA haben sich Hillary Clinton und Donald Trump ihr drittes und letztes TV-Duell geliefert. Die Demokratin Clinton entschied einer Umfrage zufolge die Debatte für sich.
20.10.2016 06:41
Hillary Clinton gewinnt laut Umfragen die TV-Debatte.
Hillary Clinton gewinnt laut Umfragen die TV-Debatte.
Bild: Bloomberg

Trump liess in dem Streitgespräch in Las Vegas offen, ob er das Ergebnis der Wahl am 8. November akzeptieren werde und behielt sich eine Anfechtung vor. Beide Kandidaten begannen das Streitgespräch am Mittwoch ohne Handschlag, präsentierten sich aber sachlicher als in früheren Debatten. In dem 90-minütigen Streitgespräch wiederholten sie ihre bekannten Positionen zu Wirtschaft, Sicherheitspolitik und Einwanderung.

Eine erste Umfrage des Fernsehsenders CNN unter Zuschauern ergab, dass 52 Prozent der Befragten Clinton als Siegerin der TV-Debatte sehen. 39 Prozent dagegen halten Trump für den Gewinner. Auch in den letzten Wahlumfragen hat Clinton einen deutlichen Vorsprung vor Trump.

Dieser antwortete auf eine entsprechende Frage des Moderators, er werde sich Zeit mit der Entscheidung lassen, ob er das Ergebnis der Präsidentenwahl akzeptieren werde. "Ich sage Ihnen das zu gegebener Zeit", sagte Trump. "Ich werde die Spannung aufrechterhalten." Die Medien seien parteiisch und unehrlich, sagte Trump. Zudem seien Millionen Menschen in den Wählerverzeichnissen registriert, die dort nicht auftauchen dürften.

«Beschädigung der Demokratie»

Die Demokratin Clinton reagierte darauf mit harscher Kritik. Sie warf ihrem Konkurrenten vor, immer dann von Manipulation zu sprechen, wenn etwas nicht so laufe, wie er wolle. Dies sei schon bei den Vorwahlen so gewesen. "Er beschädigt unsere Demokratie", sagte Clinton.

Beide stritten auch über den Einfluss des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Clinton warf Trump vor, eine Marionette Putins zu sein. Trump wiederum sagte, der russische Präsident habe keinen Respekt vor der früheren Aussenministerin.

Beim Thema internationale Sicherheitspolitik erklärte Clinton, sie würde keine US-Soldaten in den Irak oder nach Syrien schicken. Sie sprach sich zudem für eine Flugverbotszone über Syrien aus. Allerdings müssten dem Verhandlungen mit Russland vorausgehen.

Trump sieht Verschwörung

Der Moderator sprach auch die Vorwürfe der sexuellen Übergriffe gegen Trump an. Der Republikaner erklärte, die Darstellungen der Frauen sein als falsch entlarvt worden. Diese Frauen wollten berühmt werden, sagte er. Womöglich stecke Clinton oder ihr Wahlkampfteam dahinter.

Clinton warf daraufhin Trump vor, er habe die Frauen attackiert, die ihm Übergriffe vorgeworfen haben. "Donald glaubt, wenn er Frauen herabsetzt, macht ihn das grösser."

(Reuters)