Clinton und Trump liefern sich verbissenes Wahlkampffinale

Mit scharfen gegenseitigen Attacken der Präsidentschaftsanwärter Hillary Clinton und Donald Trump ist der US-Wahlkampf am Montag zu Ende gegangen.
08.11.2016 07:16
Hillary Clinton liegt Umfragen zufolge leicht in Führung.
Hillary Clinton liegt Umfragen zufolge leicht in Führung.
Bild: Bloomberg

Die beiden Politiker nutzten ihre letzten Auftritte zu leidenschaftlichen Appellen, um die Anhänger an die Urnen zu treiben. In Philadelphia sprach die in Umfragen leicht in Führung liegende Clinton von einer wegweisenden Abstimmung. Die Amerikaner müssten entscheiden, in welchem Land sie leben wollen. "Wir glauben an ein Amerika der Hoffnung und Grossherzigkeit, nicht eines der Ausgrenzung", sagte die Kandidatin der Demokraten am Abend vor 33.000 Zuhörern.

Ihrem Rivalen Trump warf sie vor, die Gesellschaft zu spalten. Es war die grösste Veranstaltung in Clintons Wahlkampf. Für sie warben dort neben Amtsinhaber und Parteikollege Barack Obama und dessen Frau Michelle auch die Rockmusiker Bruce Springsteen und Jon Bon Jovi. "Sie wird arbeiten, und sie wird liefern, sie wird nicht nur twittern", sagte Obama.

Der Republikaner Trump nannte Clinton bei einem Auftritt in Manchester im Bundesstaat New Hampshire eine "Heuchlerin". Für die Wähler gebe es nur eine Frage: "Wollt ihr, dass Amerika von einer korrupten politischen Klasse regiert wird, oder wollt ihr, dass Amerika wieder vom Volk regiert wird?" Der Milliardär ergänzte: "Morgen wird die amerikanische Arbeiterklasse zurückschlagen."

Einer Reuters/Ipsos-Umfrage zufolge geht Clinton mit einer Siegeswahrscheinlichkeit von 90 Prozent in die Wahl. Demnach erreichte die Demokratin eine Zustimmungsquote von 45 Prozent, während Trump auf 42 Prozent kam.

Zur Wahl stehen an diesem Dienstag ausserdem das gesamte Repräsentantenhaus sowie ein Drittel des Senats. Derzeit werden beide Kongresskammern von den Republikanern kontrolliert. Die Wahllokale schliessen wegen der verschiedenen Zeitzonen in den USA nicht einheitlich, erste Prognosen zum Ausgang in den einzelnen Bundesstaaten werden in der Nacht zu Mittwoch (MEZ) erwartet.

(Reuters)