Clinton vor Trump: Finanzmärkte reagieren erleichtert

Die internationalen Finanzmärkte haben am Dienstag mit deutlichen Kursbewegungen auf den Ausgang des ersten TV-Duells zur US-Präsidentschaftswahl reagiert.
27.09.2016 10:30
Nach dem TV-Duell der US-Präsidentschaftsanwärter wieder an Wert zugelegt: der mexikanische Peso.
Nach dem TV-Duell der US-Präsidentschaftsanwärter wieder an Wert zugelegt: der mexikanische Peso.
Bild: Bloomberg

Einer Umfrage des Senders CNN zufolge ist die Demokratin Hillary Clinton als Siegerin aus dem ersten Duell mit dem Populisten Donald Trump hervorgegangen. Viele asiatische und europäische Aktienmärkte reagierten mit Kursgewinnen. Sichere Anlagehäfen waren dagegen weniger gesucht. Die Aussicht auf eine Präsidentschaft Trumps wird von vielen Beobachtern als grosses politisches und wirtschaftliches Risiko bewertet.

Am deutlichsten fielen die Reaktionen am Devisenmarkt aus. Der mexikanische Peso legte zu vielen Währungen spürbar zu. Zum amerikanischen Dollar betrug der Kursgewinn etwa 2 Prozent. In den Wochen zuvor war die Währung Mexikos stark unter Druck geraten und zum Dollar auf ein Rekordtief gefallen. Ein Grund dafür ist die Drohung Trumps, eine Mauer zwischen den USA und Mexiko errichten zu wollen, um mexikanische Einwanderer, die er wiederholt als Kriminelle und Vergewaltiger bezeichnet hat, fernzuhalten. Mexiko soll nach dem Willen Trumps die Kosten des Mauerbaus tragen.

Sichere Häfen verlieren

Zulegen konnte auch der kanadische Dollar. Kanada unterhält wie Mexiko enge wirtschaftliche Beziehungen zu den USA, insbesondere über das Freihandelsabkommen Nafta. Trump will das Abkommen neu verhandeln, um es für die USA vorteilhafter zu gestalten. Auch Währungen, in denen die Marktzinsen vergleichsweise hoch liegen und meist von einer höheren Risikoneigung der Anleger profitieren, stiegen an. Dazu zählen der australische und der neuseeländische Dollar.

Als sicher geltende Währungen waren dagegen weniger gefragt. Am deutlichsten und auf breiter Front verlor der japanische Yen. Gold, das in unruhigen Zeiten auch oft nachgefragt wird, geriet hingegen nur leicht unter Druck.

(AWP)