Clinton wirft Trump Steuerpolitik für Reiche vor

Die demokratische US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton hat ihrem republikanischen Kontrahenten Donald Trump vorgeworfen, bei seiner Wirtschaftspolitik die amerikanische Mittelschicht zu vergessen.
14.08.2016 02:01
Hillary Clinton, US-Präsidenschaftskandidatin der Demokraten.
Hillary Clinton, US-Präsidenschaftskandidatin der Demokraten.
Bild: Bloomberg

Von seinen Steuersenkungsvorschlägen würden nur wohlhabende Menschen wie er selbst und seine Unternehmen profitieren, sagte Clinton am Donnerstag in Warren im US-Bundesstaat Michigan. Trump habe keine glaubwürdigen Pläne, um die Probleme anzugehen, denen sich die arbeitenden Menschen heute gegenübersähen. Zudem würde seine Wirtschaftspolitik, die auch harte Verhandlungen bei Handelsabkommen beinhaltet, die Wirtschaft in die Rezession stürzen.

Bei ihren wirtschaftpolitischen Vorstellungen wiederholte Clinton viele Positionen, die sie im Lauf des letzten Jahres bereits angeführt hat. Sie setzte mehr darauf, sich von Trump abzusetzen.

Clinton bekräftigte in der Rede vor Arbeitern in einer Fabrikhalle der Luftfahrtindustrie ihre Absage an das geplante Freihandelsabkommen im Pazifikraum (TTP). Sie kündigte auch Neuverhandlungen über das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) an. "Die Antwort kann nicht sein, zu wüten und zu rasen oder uns von der Welt abzuschneiden", sagte sie. "Die letztendliche Antwort ist, dafür zu sorgen, dass Handel uns nützt und nicht schadet." Sie sei gegen jedes Handelsabkommen, das Arbeitsplätze vernichte oder Löhne drücke.

Trump entgegnete bei dem TV-Sender Fox News, er wolle Steuern für Unternehmen senken, um Arbeitsplätze zurück in die USA zu holen. Clinton dagegen müsse die Steuern verdoppeln, um die von ihr geplanten höheren Sozialausgaben zu finanzieren.

Der New Yorker Geschäftsmann hatte am Montag sein Wirtschaftsprogramm vorgestellt. Es reicht von Steuererleichterungen, der Aufkündigung von Handelsabkommen bis zum Abbau von Regulierungshürden. Trump bewegt sich damit in der Tradition klassischer republikanischer Wirtschaftspolitik. Am Donnerstag erweiterte er seinen Stab an Wirtschaftsberatern um neun weitere Personen, acht davon Frauen. Er war zuvor kritisiert worden, dass das Team zunächst nur aus Männern bestand.

(Reuters)