CO2-Emissionen sinken zu wenig - Bund erhöht CO2-Abgabe

(Letzte zwei Abschnitte und Zwischentitel neu/HEV) - Die Emissionen von CO2 in der Schweiz gehen zwar zurück, aber nicht genug. Per 1. Januar wird deshalb die CO2-Abgabe erhöht, um rund 3 Rappen pro Liter Heizöl extra-leicht. Dies soll Anreiz sein, bei fossilen Brennstoffen zu sparen und auf "Erneuerbare" umzusteigen.
11.07.2017 17:00

Die CO2-Abgabe auf fossilen Brennstoffen wird seit 2008 erhoben - beispielsweise auf Heizöl oder Erdgas, wie das Bundesamt für Umwelt (BAFU) am Dienstag mitteilte. Werden die gesetzlich festgelegten Zwischenziel für die Reduktion der CO2-Emissionen nicht erreicht, wird die Abgabe automatisch erhöht.

2016 lag der CO2-Ausstoss bei 17,61 Mio Tonnen. Bereinigt um den Einfluss von kalten Wintertagen gingen die Emissionen gegenüber 1990 um 24,8% zurück - 27% wären das Ziel gewesen. Die Abgabe wird deshalb von 84 auf 96 CHF pro Tonne CO2 erhöht - oder 3 Rappen pro Liter Heizöl extra-leicht.

KÄLTERER WINTER

Absolut gerechnet, waren die CO2-Emissionen 2016 sogar höher als im Jahr 2015. Grund dafür war zu einem grossen Teil der kältere Winter. Diese enge Beziehung zwischen Emissionen und Witterung zeige, dass noch immer ein grosser Teil der Gebäude in der Schweiz fossile Energien nutze, schrieb das BAFU.

Unternehmen können sich freiwillig verpflichten, ihre CO2-Emissionen zu senken. Im Gegenzug werden sie von der CO2-Abgabe befreit. Eine Verschärfung der Reduktionspflichten bringt die per Anfang 2018 beschlossene höhere Abgabe nicht.

2016 brachte die CO2-Abgabe knapp 1,17 Mrd CHF ein. Ein Teil des Geldes geht an die Kantone für Gebäudeprogramme. 25 Mio CHF erhält der Technologiefonds. Der Rest wird an die Bevölkerung verteilt - über die Krankenkassenprämien - und an die Wirtschaft.

KEINE FREUDE BEIM HEV

Keine Freude am Aufschlag auf Heizöl und Gas hat der Hauseigentümerverband (HEV Schweiz). Er zweifelt an der Wirkung der Abgabe. Die Rückerstattung über die Krankenkassenprämien werde durch die stets steigenden Prämien mehrfach "aufgefressen" und deshalb von der Bevölkerung gar nicht wahrgenommen, schreibt der HEV.

Der Verband verwies auf jährliche Investitionen von 15 Milliarden Franken in Unterhalt und energetische Verbesserungen an Wohnhäusern. Den grössten Teil davon - rund 11 Mrd CHF - wendeten die privaten Eigentümer auf. Energetische Massnahmen würden auch ergriffen, wenn sie sich finanziell nicht auszahlten.

mk

(AWP)