"Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir den Kredit noch einmal erhöhen müssen", sagte Ueli Maurer in der Sendung "Samstagsrundschau" von Radio SRF. Gemeint ist das 20 Milliarden-Hilfspaket, mit dem der Bund Kredite absichert, welche die Banken von der Krise betroffenen Unternehmen gewähren.

Die 20 Milliarden Franken Garantie des Bundes seien eine Schätzung für die sofortigen Bedürfnisse der Wirtschaft gewesen. "Jetzt werden wir sehen, ob das aufgeht", sagte Maurer.

Es gehe vor allem darum, Arbeitsplätze zu erhalten. Dafür brauche es ein Gleichgewicht zwischen der Wirtschaft und den Banken. Es könne in einer solchen Krise aber nicht die Lösung sein, einfach Steuergelder zu verteilen.

"Desto mehr Schulden wir haben, desto höhere Steuern müssen wir danach wieder eintreiben", sagte Maurer. Für ihn ist klar, dass es sich bei den Beiträgen um Darlehen handelt, welche die Unternehmen zurückzahlen müssen.

"In einem normalen Betrieb ist es jetzt eine vernünftige Lösung, dass man sich verschuldet", so Maurer. Der Bund habe dazu Rahmenbedingungen geschaffen, welche die Kreditaufnahme für den grössten Teil der kleinen Unternehmen ermöglichten. Bei einer Rückzahlfrist von fünf bis sieben Jahren müssten die Unternehmen pro Jahr demnach nur einen guten halben Monat der Kosten einsparen, um den Kredit zurückzuzahlen.

Am Mittwoch hatte der Bundesrat die Details der Notverordnung bekannt gegeben, die es kleinen und mittleren Unternehmen ab Donnerstag ermöglichen, unkompliziert an Kredite zu kommen. Damit sollen laufende Fixkosten gedeckt werden können.

Bis 500'000 Franken bürgt der Bund komplett, Zins muss nicht bezahlt werden. Bei höheren Krediten, bis 20 Millionen Franken, bürgt der Bund zu 85 Prozent, die Bank beteiligt sich mit 15 Prozent, der Zins beträgt 0,5 Prozent. Nicht von Überbrückungshilfen profitieren Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 500 Millionen Franken.

Betriebe können vom Bund verbürgte und von der Nationalbank abgesicherte Kredite in fünf bis sieben Jahren zurückzahlen. Banken haben einen Ermessensspielraum bei der Vergabe.

(AWP)