Coronavirus: Bund will Pflichtlager für starke Schmerzmittel freigeben

Weil Schmerzmittel und Antibiotika knapp werden, will der Bund nächstens die entsprechenden Pflichtlager freigeben. Bei der Behandlung von schweren Coronafällen kommen oft starke sogenannte Analgetika zur Anwendung.
26.03.2020 18:42

"Für Corona-Behandlungen wird das Pflichtlager gebraucht werden, um die Versorgung sicherzustellen", sagte Ueli Haudenschild vom Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung am Donnerstagabend in der Sendung "Echo der Zeit" von Schweizer Radio SRF.

Laut der obersten Spitalapothekerin funktionieren die Pflichtlager jedoch nur bedingt. Die Spitäler hätten ihre Vorräte zwar in den letzten Wochen aufgestockt, erklärte Petra Strub, Präsidentin des Schweizerischen Vereins der Amt- und Spitalapotheker, im gleichen Beitrag.

"Wir werden diese Ware in den Spitälern aufbrauchen und es wird mancherorts zu Engpässen kommen." Weil Antibiotika derzeit auf dem Markt ohnehin knapp sind und die Pflichtlager deshalb nicht voll aufgefüllt sind, droht trotz Pflichtlager ein Engpass.

Für Haudenschild ist es deshalb eine Option zu prüfen, "ob das Pflichtlagersystem überhaupt für Pandemie-Fälle geeignet ist". Der wichtigste Grund für die Lücke ist neben der Coronavirus-Krise der Umstand, dass sehr viele Schmerzmittel und Antibiotika in asiatischen Ländern, vor allem in China, hergestellt werden.

(AWP)