Coronavirus-Epidemie - Zahl der Infektionen in China steigt weiter - 908 Tote

Die Zahl neuer Infektionen und Todesfälle durch das Coronavirus in China ist erneut gestiegen. Wie Chinas Gesundheitskommission am Montag mitteilte, wurden landesweit 97 neue Todesfälle bestätigt.
10.02.2020 07:09
Hunderte von Menschen stehen in Hong Kong in einer Schlange, um einen Mundschutz zu kaufen.
Hunderte von Menschen stehen in Hong Kong in einer Schlange, um einen Mundschutz zu kaufen.
Bild: imago images / ZUMA Press

Damit sind bislang mehr als 908 Menschen in China dem Virus zum Opfer gefallen. Die Zahl der neu nachgewiesenen Erkrankungen stieg um 3062 auf 40'171 Fälle.

Allein in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei, wo das Virus ursprünglich in der Stadt Wuhan ausgebrochen war, kamen 2618 Infektionen und 91 Todesfälle hinzu. Ausserhalb des chinesischen Festlands sind im Rest der Welt mehr als 300 Erkrankungen bestätigt, davon 14 in Deutschland.

Nach der Ankunft von 20 weiteren China-Rückkehrern in Berlin sollen an diesem Montag Ergebnisse der Tests auf das Coronavirus vorliegen. Die Auswertung soll am Universitätsklinikum Charité erfolgen. Die Senatsverwaltung für Gesundheit wollte sich am Nachmittag zu den Ergebnissen äussern.

Die Rückkehrer waren am Sonntag aus Wuhan mit einer Bundeswehrmaschine in Berlin-Tegel gelandet. Die Passagiere kamen umgehend auf eine Quarantäne-Station. Diese wurde auf dem Gelände der Kliniken des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Berlin-Köpenick eingerichtet.

Am Sonntag hiess es, die 16 Erwachsenen und vier Kinder seien wohlauf. Das habe eine erste medizinische Untersuchung nach der Ankunft der Sondermaschine ergeben. Später wurden für den Corona-Test noch Speichelproben entnommen, die in die Charité zur Untersuchung gebracht wurden. Diese Tests sollen zwei Wochen lang alle vier Tage wiederholt werden.

Zusätzliche Mediziner für Wuhan

In China reisten derweil Tausende zusätzliche Mediziner in die Elf-Millionen-Stadt Wuhan, um bei der Eindämmung der Epidemie zu helfen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag berichtete, wurden etwa 6 200 medizinische Fachkräfte mit 47 Charterflügen in die Stadt gebracht. Dies sei der vom Umfang her grösste Transport medizinischen Personals seit Ausbruch der neuartigen Lungenerkrankung.

Neun chinesische Fluggesellschaften hätten neben dringend benötigter medizinischer Ausstattung 34 Teams aus mehreren Provinzen befördert.

In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong durften derweil 3600 Passagieren und Besatzungsmitglieder nach tagelanger Quarantäne am Sonntag ein Kreuzfahrtschiff verlassen. Die "Word Dream" war vergangenen Mittwoch in der Finanzmetropole festgesetzt worden, da bei drei früheren Passagieren das Virus nachgewiesen worden war. Zudem litten drei Besatzungsmitglieder an Fieber. Der ursprüngliche Verdacht auf eine Infektion mit der Lungenkrankheit bestätigte sich bei ihnen jedoch nicht.

Weiterhin unter Quarantäne blieben dagegen die Passagiere der "Diamond Princess". Auf dem Kreuzfahrtschiff, das vor dem japanischen Yokohama liegt, waren 61 Erkrankungen mit dem Coronavirus festgestellt worden. Während die infizierten im Krankenhaus behandelt werden, sollen 2000 Passagiere sowie 1045 Crew-Mitglieder bis zum 19. Februar an Bord bleiben.

(AWP)