+++Coronavirus-Update+++ - Corona: Folgen der Krise werden laut Bundesrat Maurer noch Jahre spürbar sein - Berset schlägt Maskenpflicht auch im Freien vor - Taskforce-Mitglied verliert Geduld: «Politisches Totalversagen in der Schweiz» - Neuinfektionen in Italien auf Rekordhoch

Erfahren Sie hier alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Krise, zusammengetragen von der Redaktion von cash.ch.
24.10.2020 21:34
Bundesrat Ueli Maurer: Wwir werden mehr Konkurse haben, als uns lieb ist".
Bundesrat Ueli Maurer: Wwir werden mehr Konkurse haben, als uns lieb ist".

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21:30

Zahlreiche Länder geben weitere Höchstzahlen bei den Corona-Neuinfektionen bekannt: So ist auch in Frankreich ist die Zahl der neuen Fälle so hoch wie nie. Laut Gesundheitsbehörden gibt es 45'422 Neuinfktionen. Am Freitag waren es knapp 3400 weniger gewesen. Die Zahl der Neuinfektionen in Österreich steigt nach Angaben der Gesundheitsbehörden auf ein Rekordhoch von 3614. Am Freitag waren es 2571 neue Fälle gewesen. Damit gibt es den Angaben zufolge bislang 79'770 positive Covid-19-Tests in Österreich.

Die Zahl der Neuinfektionen in den USA steigt nach Angaben der Seuchenschutzbehörden CDC binnen 24 Stunden auf 82'929. Am Freitag waren es 74'380 neue Fälle gewesen, am Donnerstag 63'656. Die Gesamtzahl liegt damit bei knapp 8,47 Millionen. Die Zahl der Toten steigt um 946 auf 223'393. Die Zahlen der CDC können von den aus den einzelnen Bundesstaaten gemeldeten Fällen abweichen.

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18:30

Die Zahl der Neuinfektionen in Italien steigt auf ein neues Rekordhoch. Die Regierung meldet binnen 24 Stunden 19'644 neue Fälle, nach 19'143 am Freitag und 16'079 am Donnerstag. Die Zahl der Neuinfektionen in Grossbritannien steigt auf 23'012. Am Freitag waren es 20'530.

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17:00

Laut Bundesrat Ueli Maurer werden "uns die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise noch Jahre beschäftigen". Dies sei noch nicht allen bewusst, sagte Maurer am Samstag an der digital durchgeführten Delegiertenversammlung der SVP. Gesundheit sei wichtig, sagte Maurer. "Wir dürfen aber auch die Kosten nicht aus dem Blick verlieren". Der SVP-Bundesrat sprach auch die Auswirkungen auf die Psyche an, die nicht ausser Acht gelassen werden dürften.

Das Virus dürfte nächstes Jahr ausklingen, so Maurer. Die Schulden, die die Schweiz wegen der Corona-Krise jetzt gemacht habe und die wirtschaftlichen Folgen "werden uns aber noch Jahre beschäftigen". Die Arbeitslosenzahlen dürften laut Maurer steigen und "wir werden mehr Konkurse haben, als uns lieb ist".

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15:00

Irans geistliches Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei spricht sich für harte Strafe bei Verstössen gegen Auflagen im Kampf gegen die Corona-Pandemie aus. Es müsse strengere Kontrollen im öffentlichen Raum geben, sagt Chamenei dem staatlichen Fernsehen und der Nachrichtenagentur Irna zufolge. Details nannte Chamenei nicht. Ab Montag gelten in der Hauptstadt Teheran und anderen Städten neue Auflagen. Der Iran ist stark vom Virusausbruch betroffen: Das Land hat nach eigenen Angaben mehr als 562'000 Corona-Infektionen und 32'320 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert.

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13:45

Ein Riesenrad auf dem Münsterplatz in Basel erinnert daran, dass am Samstag eigentlich die traditionsreiche Basler Herbstmesse hätte beginnen sollen. Statt nur während den beiden Messewochen dreht das Riesenrad indes nun bis am 3. Januar 2021 seine Runden. Es macht auch auf das Jubiläum "550 Jahre Basler Herbstmesse" aufmerksam, das am Samstag punkt zwölf Uhr mit dem Messglöcklein der Martinskirche eingeläutet wurde. Beim Riesenrad handelt es sich nach Angaben des Präsidialdepartements Basel-Stadt mit einer Höhe von 46 Metern um das grösste der Schweiz. Besucherinnen und Besucher müssen ein strenges Schutzkonzept befolgen.

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13:30

In Spanien zeichnet sich angesichts rasant steigender Corona-Zahlen eine Rückkehr zum Alarmzustand wie während der ersten Pandemie-Welle im Frühjahr ab. Damit solle den Regionalregierungen eine gerichtsfeste rechtliche Basis für einschneidende Massnahmen zur Eindämmung des Virus gegeben werden, berichteten die Zeitungen "El País" und "La Vanguardia". Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte seine Landsleute am Vortag auf "sehr harte Monate" eingestimmt und zu mehr Disziplin bei der Eindämmung des Virus aufgerufen. Nur so könne ein drastischer Lockdown wie im Frühjahr noch vermieden werden.

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12:50

Europa hat als zweite Region auf der Welt nach Lateinamerika mehr als 250'000 Corona-Todesfälle zu beklagen. Das ist ein Anteil von 19 Prozent an den global registrierten rund 1,1 Millionen Toten, wie aus einer Reuters-Erhebung aus offiziellen Daten hervorgeht. Mit rund 45'000 Todesopfern am schwersten betroffen ist Grossbritannien, gefolgt von Italien, Spanien, Frankreich und Russland. In Deutschland gibt es laut Robert-Koch-Institut 10'003 Todesfälle. Die höchste Sterberate weist Spanien auf. Die Zahl der nachgewiesenen Virus-Infektionen in Europa liegt inzwischen bei acht Millionen. Das ist rund ein Fünftel der Ansteckungen weltweit.

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11:00

Belgien meldet mit 15'432 Corona-Infektionen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert. Die Zahl sei für vorigen Dienstag (20. Oktober) registriert worden, meldete die Nachrichtenagentur Belga am Samstag unter Berufung auf das staatliche Gesundheitsinstitut Sciensano. Der vorherige Tages-Höchstwert lag bei 12 969 (18. Oktober).

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09:30

Bundesrat und Gesundheitsminister Alain Berset schlägt den Kantonen eine deutliche Verschärfung der Massnahmen gegen die Pandemie vor. So wird die Maskenpflicht massiv ausgedehnt, wie blick.ch mit Verweis auf einen Konsultationsentwurf berichtet, den Berset den Kantonen am Freitag in die Vernehmlassung gegeben habe. Die Maskempflicht gilt auch im Freien, wenn es sich um Siedlungsgebiete handelt. Auch in allen öffentlich zugänglichen Innenräumen und am Arbeitsplatz schlägt Berset die Maskenpflicht vor. Ausgenommen sind Kinder unter 12 Jahren oder Personen aus medizinischen Gründen.

Für öffentliche Veranstaltungen soll es zudem eine Obergrenze von 50 Personen geben, an privaten Veranstaltungen im Familien- und Freundeskreis dürften maximal 15 Personen teilnehmen. Für Gastro- und Clubbetriebe gibt es offenbar eine Sperrstunde von 22 bis 6 Uhr geben. Diskotheken und Tanzlokale müssten schliessen, Tanzveranstaltungen würden verboten, berichtet blick.ch aus dem Papier.

Die weitere Vorschläge von Berset: Der Zugang zu öffentlich zugänglichen Innenräumen wie etwa Läden wird verschiedentlich beschränkt. Die Universitäten und weitere höhere Schulen müssen zurück in den Fernunterricht. Nur die obligatorische Schule und die Sekundarstufe II bleibt im Präsenzunterricht. Für Lehrpersonen und Kinder ab der 7. Klasse gilt künftig ebenfalls Maskenpflicht.

Sportaktivitäten ausserhalb des Profisports werden eingeschränkt. Zulässig sind nur Sportarten ohne Körperkontakt mit maximal 15 Personen. In Innenräumen muss dabei Maske getragen und der Abstand eingehalten werden. Im Freien muss eine Maske getragen werden, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann. Der professionelle Ligabetrieb bleibt zulässig.

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09:00

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen eines Tages in den USA ist erstmals seit Beginn der Pandemie auf über 80'000 gestiegen. Die Johns-Hopkins-Universität verzeichnete am Freitag 83'757 neue Fälle, rund 12'000 mehr als noch am Vortag. Die Gesamtzahlen der Infektionen liegen generell über denen vom Frühjahr.

Insgesamt wurden laut JHU in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie knapp 8,5 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Etwa 224'000 Menschen starben bislang - mehr als in jedem anderen Land der Welt. Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmässig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen aber auch wieder nach unten korrigiert.

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08:30

In Polen hat sich Präsident Andrzej Duda mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Dem Staatschef gehe es aber gut, und er stehe in ständigem Kontakt mit den zuständigen Medizinern, twittert Dudas Sprecher Blazej Spychalski am Samstag. Auch in Polen sind die Corona-Zahlen zuletzt stark gestiegen, die Behörden meldeten am Freitag mit mehr als 13.600 Neuinfektionen einen neuen Höchstwert. 

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08:00

Das deutsche Robert-Koch-Institut hat erstmals mehr als 14'000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland binnen eines Tages in Deutschland gemeldet. Die am Samstag registrierte Zahl von 14'714 wäre eigentlich ein neuer Rekord, allerdings wurden wegen technischen Übermittlungsproblemen zwischen dem RKI sowie Gesundheitsämtern und Landesbehörden am Donnerstag einige Fälle nachgemeldet. Insgesamt haben sich damit in Deutschland seit Beginn der Pandemie 418'005 Menschen mit dem neuartigen Virus angesteckt. Die Zahl der Covid-19-Todesfälle stieg dem RKI zufolge über die Marke von 10'000.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bezeichnete die Infektionslage als "dramatisch", warnte aber zugleich vor einem Herunterfahren der Wirtschaft. "Einen neuen flächendeckenden Lockdown darf es nicht geben und ich halte ihn auch nicht für erforderlich", sagte der CDU-Politiker.

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07:00

Dem Covid-Taskforce-Mitglied Christian Althaus, Professor für Epidemiologie an der Universität Bern, platzt angesichts des Abwartens des Bundes in der sich rapide verschlechternden Coronasituation in der Schweiz der Kragen. Auf Twitter macht Althaus seinem Ärger Luft: "Das politische Totalversagen in der Schweiz. Keine Verantwortlichkeiten auf irgendeiner Stufe." Generell kritisiert Althaus das "sinnlose Zuwarten" des Bundesrates, der allenfalls am nächsten Mittwoch neue Massnahmen treffen will. In einer Antwort an Bundesratssprecher André Simonazzi betont Althaus, dass es mindestens zwei Wochen brauche, bis die Wirkung einer Massnahme ersichtlich sei. Nächsten Mittwoch sehe man sowieso noch nichts.

Auch die Zürcher Regierungsrätin und Justizdirektorin Jacqueline Fehr kriegt ihr Fett weg. Althaus nennt sie "Hobby-Epidemiologin". Fehrs kritische Haltung gegenüber Massnahmen hätten sich sich als wenig förderlich zur rechtzeitigen Eindämmung der Krise erwiesen, so Althaus.

Auch Epidemiologe und Mitglied der Covid-19-Taskforce des Bundes, Marcel Tanner, setzt Druck auf. Er sagt, es zähle nun jeder Tag. Die Schweiz müsse die Kontakte rasch beschränken und die Menschen müssten sich weiterhin rigoros an die Grundmassnahmen halten, forderte er im Blick. So seien Händewaschen, Abstand halten und das Tragen von Masken eben unerlässlich. "Nach dem Lockdown waren wir damit erfolgreich", betonte er.

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06:30

Asien hat als zweite Region auf der Welt nach Lateinamerika die Marke von zehn Millionen Corona-Infektionen überschritten. Das sind rund ein Viertel der global registrierten 42,1 Millionen Ansteckungen, wie aus einer Reuters-Erhebung aus offiziellen Daten hervorgeht. Experten vermuten allerdings eine hohe Dunkelziffer. Der Anteil bei den Todesfällen liegt mit mehr als 163'000 bei rund 14 Prozent. In Asien besonders betroffen von der Pandemie sind Indien, Bangladesch, Indonesien und die Philippinen. China und Neuseeland haben das Virus dagegen eindämmen, Japan eine beschleunigte Ausbreitung verhindern können.

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05:00

Wissenschaftlern zufolge könnte die Zahl der Corona-Toten in den USA die Marke von 500'000 übersteigen, wenn nicht fast alle Amerikaner Masken tragen. "Wir steuern auf eine sehr grosse Herbst/Winter-Welle zu", sagte Chris Murray vom Institute for Health Metrics and Evaluation an der University of Washington zu der jüngsten Schätzung. Die Zahl der Todesfälle könne um 130'000 sinken, wenn ein Anteil von 95 Prozent der Bevölkerung einen Mund-Nasen-Schutz tragen würde. Bisher sind in den USA 222'447 Menschen mit oder infolge einer Coronavirus-Infektion gestorben.

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03:30

Die süditalienische Region Kampanien will zur Eindämmung des Coronavirus einen Lockdown verhängen. Die jüngsten Daten zeigten, dass die bisher verhängten Massnahmen keine Wirkung zeigten, sagte der Präsident der Region, Vincenzo de Luca, in einem Video auf Facebook. "Wir müssen alles schliessen, ausgenommen die Unternehmen, die wichtige Güter produzieren und transportieren." Für 40 Tage müsse alles geschlossen werden. "Wir müssen einen letzten Versuch machen, um die Dinge in den Griff zu bekommen." Die meisten Schulen in der Region sind bereits geschlossen. In Neapel setzte die Polizei am Abend Tränengas gegen Demonstranten ein, die gegen die anstehenden strengeren Beschränkungen protestierten. Kampanien meldete am Freitag 2280 neue Coronafälle und kommt damit an zweiter Stelle nach der norditalienischen Region Lombardei mit 4916 Neuinfektionen.

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02:00

Die geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgieva, stellt dem Krisenmanagement der EU in der Pandemie ein gutes Zeugnis aus. "Ich sage: Bravo! Die Europäer haben sehr entschieden und angemessen gehandelt", sagte sie der "Süddeutschen Zeitung".

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01:00

In den USA werden zwei gestoppte Coronavirus-Impfstoffstudien fortgesetzt. Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca erklärte am Freitag, er habe seine klinische Studie bereits wieder aufgenommen. Die US-Gesundheitsbehörden hätten dafür grünes Licht gegeben. Das Programm lag seit dem 6. September auf Eis, als bei der parallel in Grossbritannien laufenden Studie bei einem Probanden eine ernste neurologische Erkrankung festgestellt worden war.

In den USA fährt auch Johnson & Johnson (J&) seine Phase-3-Wirksamkeitsstudie wieder hoch. Es liefen die Vorbereitungen für eine Fortsetzung des Programms, teilte das US-Unternehmen am Freitag mit. Ein Kontrollgremium habe die Rekrutierung von Freiwilligen empfohlen. J&J hatte die Studie Ende September gestartet und musste sie kürzlich ebenfalls wegen der Erkrankung eines Studienteilnehmers stoppen.

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(cash/Reuters/AWP/SDA/Bloomberg)