+++Coronavirus-Update+++ - Corona: R-Wert in der Schweiz steigt laut BAG wieder über 0,8 - Johnsons Corona-Warnung sorgt für Wirbel - Mehr als 200 neue Infektionen in China - Bill Gates hat sich gegen Covid impfen lassen

Erfahren Sie hier alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Krise, zusammengetragen von der Redaktion von cash.ch.
23.01.2021 18:33
Die Coronakrise führt zu Abriegelungen in Hongkongs Wohnvierteln.
Die Coronakrise führt zu Abriegelungen in Hongkongs Wohnvierteln.
Bild: imago images / ZUMA Wire

18:00

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte nennt die verzögerte Auslieferung des Impfstoffes von Pfizer und Biontech eine schwere Vertragsverletzung.

Möglicherweise sei dies auch bei AstraZeneca der Fall, erklärt Conte auf Facebook. Er kündigt den Einsatz aller juristischer Mittel an, um sicherzustellen, dass die Verträge erfüllt werden.

 

 

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17:40

Grossbritannien meldet einen Tagesrekord von 478'248 Impfungen. Der Regierung zufolge haben damit insgesamt fast 5,9 Millionen Briten die erste von zwei benötigten Dosen erhalten. In Grossbritannien leben knapp 67 Millionen Menschen.

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16:00

Zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie gilt ab Samstag überall in den Niederlanden eine Ausgangssperre. Von 21 bis 4.30 Uhr dürfen Bürger die Wohnungen nicht mehr verlassen. Damit will die Regierung die Verbreitung des Virus stark bremsen. Grosse Sorgen machen sich die Behörden vor allem über die Virus-Mutationen. Daher gilt auch ein Verbot für Passagierflüge aus Grossbritannien, Südafrika und Südamerika.

Verstösse gegen die Sperrstunde werden mit einer Geldbusse von 95 Euro bestraft. Ausnahmen gelten für Personen, die beruflich unterwegs sein müssen, sowie Menschen, die andere pflegen oder Reisende. Auch Gassigehen mit dem Hund ist erlaubt. Die Ausgangssperre gilt vorerst bis zum 9. Februar. Seit Mitte Dezember gilt ein Lockdown. Schulen, Geschäfte und Gaststätten sind geschlossen. Privatkontakte auf eine Person ausserhalb des eigenen Haushaltes beschränkt. In dem Land mit rund 17 Millionen Einwohnern sind bislang rund 13 500 Tote in Verbindung mit Covid-19 registriert worden.

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15:45

Die Corona-Pandemie in der Schweiz hat sich nach leichtem Abflauen Mitte Januar wieder verstärkt. Nachdem das BAG am Freitag für den 12. Januar einen Reproduktionswert (R-Wert) von 0,79 gemeldet hatte, gab es am Samstag einen Wert von 0,84 für den 13. Januar bekannt.

Dies ist der Internetseite des Bundesamts für Gesundheit zu entnehmen. Damit zerschlägt sich die noch am Freitag geäusserte Hoffnung, die Fallzahlen alle zwei Wochen halbieren zu können.

Letztmals unter 0,8 gesunken war der R-Wert zwischen dem 6. und 12 November. Die Reproduktionszahl gibt an, wie viele Menschen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt. Demnach steckten am 13. Januar 100 Infizierte 84 weitere Leute an.

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15:40

Die Warnung des britischen Premierministers Boris Johnson, die zuerst in Südengland festgestellte Corona-Mutation B.1.1.7 sei tödlicher als andere Corona-Varianten, sorgt für rote Köpfe. Wissenschaftler kritisieren den Regierungschef dafür, dass es für diese Aussage zu wenig Anhaltspunkte gebe. Andere Wissenschaftler aber verteidigen Johnson. 

Mehr dazu hier.

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Der berühmte US-Talkshow-Moderator Larry King ist tot. Er starb im Alter von 87 Jahren in einem Krankenhaus Los Angeles, wie das von ihm gegründete Medienunternehmen Ora Media am Samstag mitteilte. Medienberichten zufolge war King an einer Coronavirus-Infektion erkrankt.

 

 

King interviewte im Lauf seiner 63 Jahre langen Karriere tausende Politiker, darunter US-Präsidenten und andere Staatsoberhäupter, sowie andere Prominente aus aller Welt im Fernsehen, für das Radio und für Online-Medien. Besonders seine Sendung "Larry King Live" auf CNN erreichte von 1985 bis zu ihrer Einstellung im Jahr 2010 regelmässig ein Millionenpublikum.

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13:20

In China, wo das Corona-Virus Ende 2019 erstmals aufgetreten war, sind mehr als 200 neue Corona-Infektionsfälle entdeckt worden. 69 der insgesamt 206 Neuinfektionen gab es in den nordöstlichen Provinzen Heilongjiang und Jilin, wie die Behörden am Samstag mitteilten. Betroffen waren demnach zudem auch die Provinz Hebei mit 15 Fällen. Aus der Hauptstadt Peking und der Millionenmetropole Shanghai wurden je drei Fälle gemeldet. 107 der Infizierten zeigten Symptome, wobei in 17 Fällen das Virus aus dem Ausland nach China gebracht worden sei, wie es weiter hiess.

Diese neuen Fällen fallen zeitlich mit dem Beginn eines 76 Tage dauernden Lockdowns der Millionenstadt Wuhan in der Provinz Hubei vor einem Jahr zusammen. Dort war das Virus im Dezember 2019 erstmals aufgetreten. Mit strikten Massnahmen ging das bevölkerungsreichste Land gegen das Coronavirus vor. Dazu zählten Ausgangssperren für Millionen, Zwangsquarantäne, Massentests und strikte Einreisebeschränkungen. Seit dem Sommer konnte das Virus damit weitgehend unter Kontrolle gebracht werden. Das Leben und die Wirtschaftstätigkeit hat sich insgesamt wieder normalisiert.

 

 

In Hongkong riegelten die Behörden allerdings am Samstag aus Angst vor einer sprunghaften Verbreitung des Coronavirus einen besonders dicht besiedelten Stadtteil ab. Tausende Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Einwanderungsbehörden waren dort seit dem Morgen beschäftigt, die rund 10'000 Bewohner des Jordan-Viertels nach und nach alle auf den Erreger zu testen. Grund für die Abschottung ist die jüngste Häufung von Corona-Infektionen in dem Stadtteil. Von den 55 am Freitag in ganz Hongkong gemeldeten Neuansteckungen machten sie fast die Hälfte aus.

Die Entscheidung der chinesischen Regierung, im Januar 2020 - kurz vor dem chinesischen Neujahr mit Millionen Chinesen auf Reisen - keine Reisebeschränkungen aufzuerlegen, wird für die massenhafte Ausbreitung des Virus im In- und Ausland verantwortlich gemacht.

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13:15

Der Pharmakonzern Astrazeneca liefert zunächst weniger Corona-Impfstoff an die EU als geplant. Sollte Astrazeneca die EU-Zulassung erhalten, werde die Menge zu Beginn niedriger sein, sagte eine Sprecherin des britisch-schwedischen Unternehmens am Freitag auf Anfrage. Grund sei eine geringere Produktion an einem Standort in der europäischen Lieferkette.

Nach Angaben von EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides kündigte das Unternehmen die Lieferprobleme am Freitag im Lenkungsausschuss zur EU-Impfstrategie an. Die EU-Kommission und Mitgliedstaaten hätten tiefe Unzufriedenheit darüber geäussert, dass im ersten Quartal weniger Impfstoff geliefert werden solle als geplant, erklärte Kyriakides am Abend.

Mehr dazu hier.

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13:10

Microsoft -Gründer Bill Gates hat eine Corona-Impfung bekommen. "Einer der Vorteile, 65 zu sein, ist der Zugang zum Covid-19-Impfstoff", schrieb Gates am Freitag bei Twitter. Er habe diese Woche die erste der zwei Impfdosen erhalten - "und ich fühle mich grossartig".

Gates steht im Mittelpunkt einiger Verschwörungstheorien rund um das Coronavirus. Eine der unbelegten Behauptungen ist, dass Gates unter dem Vorwand der Impfungen Chips zur Kontrolle über die Menschheit einpflanzen wolle. "Diese verrückten Ideen verbreiten sich irgendwie schneller in den sozialen Medien als die Wahrheit. Ich bin überrascht, dass mein Name in diesen Verschwörungstheorien auftaucht", sagte Gates am September bei "Bild Live".

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09:25

Norwegen hat die Corona-Beschränkungen in der Hauptstadt Oslo und neun angrenzenden Gemeinden verschärft. Grund sei der Ausbruch der in Grossbritannien entdeckten, möglicherweise besonders ansteckenden Covid-Variante, erklärte die Regierung.

Einkaufszentren und andere nicht dringend notwendige Läden müssten ab Samstagmittag bis mindestens 1. Februar schliessen. Auch Restaurants dürfen nicht öffnen, organisierte Sportveranstaltungen fallen aus, private Haushalte sollen keine Besucher empfangen.

 

 

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09:00

In Russland haben sich nach offiziellen Angaben 20'921 Menschen neu mit Corona angesteckt. Die Zahl der Infektionsfälle stieg damit auf 3,698 Millionen. Die Behörden meldeten 559 zusätzliche Todesfälle, insgesamt steigt die Opferzahl damit auf 68.971.

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08:20

Der Deutschland-Chef des Telefonkonzerns Vodafone schlägt vor, Mobilfunkdaten stärker zur Pandemiebekämpfung einzusetzen. "Mobilitätsdaten können helfen, die Krise schneller und besser zu bewältigen – man sollte also überlegen, ob man sie nicht besser nutzen könnte", sagte Hannes Ametsreiter dem "Spiegel". Aktuell gestatte das der Datenschutz nicht, sagte der Manager. Er frage sich angesichts der aktuellen Fallzahlen aber, "ob wir jetzt nicht mal über unseren Schatten springen sollten".

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07:40

Man dachte, im Sommer sei mit der Coronakrise endlich langsam das schlimmste überstanden. Aber der deutsche Virologe Christian Drosten kann sich vorstellen, dass es trotz Impfungen und derzeit stabiler oder sinkender Fallzahlen im Sommer erneut zu sehr hohen Ansteckungsraten kommt. Für Deutschland, wo derzeit 15'000 bis 20'000 Fälle pro Tag registriert werden, rechnet er bis zu 100'000 Fällen am Tag.

Das Szenario, das Drosten zeichnet, könnte genausogut auf die Schweiz zutreffen:  "Wenn die alten Menschen und vielleicht auch ein Teil der Risikogruppen geimpft sein werden, wird ein riesiger wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, politischer und vielleicht auch rechtlicher Druck entstehen, die Corona-Massnahmen zu beenden", sagte Drosten dem "Spiegel". "Und dann werden sich innerhalb kurzer Zeit noch viel mehr Leute infizieren, als wir uns das jetzt überhaupt vorstellen können."

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Die wichtigsten Entwicklungen aus der Schweiz vom Freitag: 

  • In der Schweiz und in Liechtenstein wurden 2'156 neue Coronavirus-Ansteckungen innerhalb eines Tages registriert. Dies geht aus den heute Freitag veröffentlichten Angaben auf der Webseite des Bundesamts für Gesundheit (BAG) hervor. Zudem wurden 92 neue Spitaleinweisungen und 62 neue Todesfälle gemeldet.
  • Damit liegt der 7-Tages-Durchschnitt der bestätigten Infektionen neu bei 2'007. Gestern lag dieser Schnitt noch bei 2'042, vor einer Woche bei 2'464.
  • Der R-Wert in der Schweiz ist zum ersten Mal seit Mitte November unter 0,8 gefallen. Am 12. Januar lag die Reproduktionszahl, die angibt, wie viele Menschen eine mit dem Coronavirus infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, bei 0,79. Mit diesem Wert wäre es möglich, die Fallzahlen in der Schweiz alle zwei Wochen zu halbieren. Das letzte Mal war das vom 6. November bis zum 12. November der Fall gewesen. Einzig Obwalden und Genf verzeichnen noch einen R-Wert über 1 und damit eine starke Ausbreitung der Krankheit. In den meisten Kantonen lag der Wert zwischen 0,8 und 1.
  • Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag im Durchschnitt für alle PCR- und Antigen-Schnelltests bei 11,3 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 348,92 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet.
  • Nach Angaben des Heilmittelinstitut Swissmedic könnte auch der dritte Coronavirus-Impfstoff von AstraZeneca "in den nächsten Wochen" zugelassen werden. Die schwedisch-britische Firma hatte ihr Gesuch bereits Anfang Oktober des letzten Jahres eingereicht.

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06:40

Die Zahl der Corona-Toten in den USA ist nach einer Reuters-Erhebung um mindestens 3788 auf 413'775 gestiegen. Die Zahl der Ansteckungen wuchs um mehr als 190'000 auf 24,7 Millionen Menschen.

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05:40

China meldet am Jahrestag des ersten Lockdowns in Wuhan - der Stadt, in der sich das Virus weltweit zum ersten Mal verbreitete - 107 Neuinfektionen. Am Tag davor waren es 103. Insgesamt haben sich in dem bevölkerungsreichsten Land der Welt nach offiziellen Angaben bislang 88'911 Menschen mit dem Virus angesteckt.

Die Übersicht zur den weltweiten Fallzahlen der Johns Hopkins University findet sich hier.

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05:30

In Deutschland steigt die Zahl der Corona-Infizierten um 16'417 auf 2'122'679. Das Robert-Koch-Institut meldet 879 neue Todesfälle. Damit wächst die Zahl der Menschen, die nach einer Ansteckung gestorben sind, auf 51'521. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei knapp 113.

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02:50

Die Hongkonger Regierung riegelt das Stadtviertel Jordan ab. Dies gelte, bis alle Einwohner auf eine Infektion getestet worden seien. Ziel sei es, die Bewohner von 70 Hochhäusern binnen 48 Stunden zu testen.

 

 

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02:10

Im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen werden die Impfzentren mangels Impfstoff zunächst nur nachmittags impfen können. Das kündigte der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Frank Bergmann, in der "Rheinischen Post" an. "Erst wenn genug Impfstoff da ist, kann ab 08.00 Uhr geimpft werden." Er fordert mehr Einsatz der Politik im Kampf gegen Impfstoff-Lieferprobleme.

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23:15

Weltweit haben sich mehr als 97,47 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. An oder mit dem Virus gestorben sind 2,09 Millionen, wie eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten ergibt. Am stärksten betroffen sind die USA mit 24,51 Millionen Infektionen und 409'987 Todesfällen.

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(cash/Reuters/AWP/Bloomberg)