+++Coronavirus-Update+++ - Corona: Roche will ab nächster Woche wieder Selbsttests liefern - China prüft Vermischung von Impfstoffen - Kriminologe: Pandemie beschleunigt Gewaltkultur bei Jugendlichen in der Schweiz - 4,6 Millionen Impfungen an einem Tag in den USA

Erfahren Sie hier alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Krise, zusammengetragen von der Redaktion von cash.ch.
11.04.2021 18:12
Ein Selbsttest für zuhause: Die Schweiz will jede Einwohnerin und jeden Einwohner mit fünf Kits ausrüsten.
Ein Selbsttest für zuhause: Die Schweiz will jede Einwohnerin und jeden Einwohner mit fünf Kits ausrüsten.
Bild: imago images / MedienServiceMüller

+++ Zum Coronavirus-Update vom 12. April 2021 geht es hier +++

18:10

Im Tauziehen um bundesweit einheitliche Regelungen gegen die dritte Corona-Welle gibt es deutliche Kritik an den Vorschlägen der deutschen Bundesregierung. Während Landespolitiker vor einer Entmachtung der Länder warnen, halten Oppositionsfraktionen besonders die geplanten Ausgangsbeschränkungen für problematisch. Auch die Regierungsfraktion SPD äusserte Nachbesserungswünsche. Eine Einigung auf einen gemeinsamen Entwurf zeichnete sich am Sonntag zunächst noch nicht ab. Viel Zeit bleibt Bundesregierung, Fraktionen und Ländern nicht: Schon am Dienstag will das Kabinett die gesetzlichen Vorgaben auf den Weg bringen.

Weil die Länder vereinbarte Massnahmen gegen die dritte Infektionswelle uneinheitlich umsetzten und die Infektionslage zugleich mehr und mehr ausser Kontrolle gerät, soll die "Notbremse" gesetzlich verankert werden. In Landkreisen mit mehr als 100 wöchentlichen Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern müssten Lockerungen dann verpflichtend zurückgenommen werden. Das beträfe aktuell mehr als die Hälfte der Landkreise in Deutschland.

Mehr zum Thema hier: Gerangel um deutsche Corona-Regeln - Nachbesserungen gefordert

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16:45

Das Corona-Impfprogramm in den USA kommt weiter rasant voran. Am Samstag seien mehr als 4,6 Millionen Impfungen verabreicht worden, das sei "ein neuer Rekord", schrieb Cyrus Shahpar, der im Weissen Haus für die Corona-Daten zuständig ist, auf Twitter. Der Corona-Koordinator des Weissen Hauses, Jeff Zients, hatte am Freitag mitgeteilt, zuletzt seien USA-weit pro Tag im Schnitt drei Millionen Impfdosen verabreicht worden.

Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC wurden landesweit bislang mehr als 183 Millionen Impfdosen gespritzt. Gut 45 Prozent der Erwachsenen im Land haben demnach mindestens eine Impfdosis bekommen, 27 Prozent der Erwachsenen sind voll geimpft. In den USA kommen derzeit drei Impfstoffe zum Einsatz: Neben den Präparaten von Moderna und Biontech/Pfizer, bei denen zwei Dosen gespritzt werden, wird auch der Impfstoff von Johnson & Johnson eingesetzt, der bereits nach einer Dosis seine volle Wirkung entfaltet.

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15:15

China prüft die Vermischung von Impfstoffen zur Erhöhung der Schutzwirkung. Der Direktor des Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention Gao Fu räumt ein, dass die Effektivität der vier in China entwickelten Vakzine hinter anderen Präparaten wie von BioNTech/Pfizer oder Moderna hinterherhinkten. "Sie bieten keinen sehr hohen Schutz", sagt er auf einer Konferenz bereits am Samstag. Daher würden verschiedene Optionen zur Verbesserung geprüft. Erwägt würde die Verabreichung verschiedener Mittel sowie eine Änderung der Zahl der zu verabreichenden Impfdosen oder die zeitlichen Abstände zwischen den Impfungen.

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14:40

Der Bund sitzt gemäss der "NZZ am Sonntag" auf Tausenden abgelaufenen PCR-Corona-Tests. Mehr als eine Million Tests hatte der Bund demnach im letzten Frühling gekauft, die als Notreserve vorgesehen gewesen waren. Er gab dafür rund 16,7 Millionen Franken aus, wie ein Sprecher der Armee gegenüber der Zeitung sagte. Als festgestellt wurde, dass die Tests ablaufen, hat eine Arbeitsgruppe deren Verkauf geplant. So wurden in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres rund 300'000 PCR-Tests wieder verkauft, wodurch rund 3 Millionen Franken eingenommen werden konnten. 740'000 Tests haben aber nun ihr Verfalldatum überschritten. Der Bund muss gemäss der Zeitung daher beinahe 14 Millionen Franken abschreiben. PCR-Tests sind wegen ihrer biochemischen Bestandteile nicht unbegrenzt haltbar.

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13:20

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in der Sitzung des geschäftsführenden Vorstands der CDU/CSU-Bundestagsfraktion nach Teilnehmerangaben von einem nötigen "Brücken-Lockdown" gesprochen. Damit verwendet sie den Ausdruck, den CDU-Chef Armin Laschet zuvor verwendet hat.

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12:45

Der Iran meldet die höchste Zahl an Corona-Toten binnen eines Tages seit Anfang Dezember. 258 Menschen seien im Zusammenhang mit dem Virus in den vergangenen 24 Stunden gestorben, teilt das Gesundheitsministerium mit. Insgesamt liege die Zahl der Pandemie-Toten damit nunmehr bei 64.490. Die bestätigten Infektionen kletterten innerhalb eines Tages um 21.063 auf 2.070.141. Gesundheitsminister Said Namaki rief die Bevölkerung dazu auf, sich an die Corona-Vorschriften zu halten. Am Samstag hatte die Regierung einen zehntägigen Lockdown über den Großteil des Landes verhängt.

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11:50

SVP-Präsident Marco Chiesa (TI) macht Druck auf den bürgerlichen Partner FDP im Bundesrat. Wenn die "orientierungslosen" beiden Freisinnigen die Forderung der SVP nach einer Lockerung der Massnahmen gegen die Covid-19-Pandemie nicht unterstützten, werde sich das bei den nationalen Wahlen 2023 rächen.

Und wenn die FDP durch "das ständige Paktieren mit der Linken" weiter Wähleranteile verliere, sei ihr zweiter Sitz im Bundesrat gefährdet, sagte der Tessiner Ständerat in ein einem am Sonntag auf Twitter veröffentlichten Video. Zwei Sitze wären dann arithmetisch nicht mehr gerechtfertigt.

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10:15

Nachdem bekannt wurde, dass der Pharmariese Roche kurzfristig keine Corona-Selbsttests mehr ausliefern konnte, haben sich die Apotheken kritisch geäussert: Ihnen seien viel grössere Mengen versprochen worden und das Unternehmen sei während der Vorbereitungsphase nicht erreichbar gewesen. Roche weist die Vorwürfe zurück.

Roche hatte am Samstag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärt, dass die Firma "aufgrund der sehr hohen Nachfrage" seit Freitagnachmittag keine Corona-Selbsttests mehr ausliefern könne. Die Lieferungen würden erst "ab Anfang nächster Woche" wieder aufgenommen.

Ab dann werde Roche wieder mehrere hunderttausend Tests pro Tag verteilen. Man gehe davon aus, dass der Bedarf "im Wochenverlauf" voll abgedeckt werden könne.

Zur ausführlichen Meldung: Selbsttests ab Anfang nächster Woche wieder lieferbar

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08:30

Die Corona-Pandemie beschleunigt gemäss "SonntagsBlick" eine Entwicklung hin zu einer Gewaltkultur der Jugend. So hat seit 2015 die Jugendkriminalität schweizweit über fast alle Delikte um ein Drittel zugenommen. Das schreibt der "SonntagsBlick" mit Verweis auf eine Auswertung der aktuellen polizeilichen Kriminalstatistik von Dirk Baier, Kriminologe der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.

Die Auswertung liegt dem "SonntagsBlick" vor. Am meisten zugenommen haben demnach die Delikte bei Raubüberfall - um 146 Prozent, mit 497 Beschuldigten im Jahr 2020. Dies bereitetet dem Experten Sorge, da es für eine gestiegene Gewaltbereitschaft unter männlichen Jugendlichen spreche. Auch bei der Beteiligung an körperlichen Angriffen ist der Anstieg mit 122 Prozent bei 353 Beschuldigten im Jahr 2020 hoch.

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05:00

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet am Sonntag 17'855 Neuinfektionen in Deutschland. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 129,2(Vortag: 120,6). Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 104 Menschen sind in den vergangenen 24 Stunden in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 78.353. Insgesamt wurden bislang 2.998.268 Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet.

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22:45

Die zuerst in Südafrika entdeckte Coronavirus-Variante kann vorläufigen Ergebnissen einer israelischen Studie zufolge den Schutz der Impfung von Biontech und Pfizer durchbrechen. Die Wissenschaftler der Universität Tel Aviv und des Gesundheitsdienstleisters Clalit verglichen 400 Personen, die geimpft und danach positiv auf das Virus getestet wurden, mit einer gleich großen Gruppe Infizierter, die nicht geimpft waren. Bei den Geimpften trat die südafrikanische Variante überproportional oft auf.

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21:05

Die Auslastung der Intensivbetten in Deutschland erreicht nach Angaben des Verbands DGIIN den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie. Zugleich breche das Personal weg, twittert der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Christian Karagiannidis. Es müsse sofort gehandelt werden. "Selbst wenn es zu einem harten Lockdown kommt, steigen die Zahlen weiter für 10-14 Tage."

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Beim Klick auf die Grafik erscheint die Übersicht zur weltweiten Fallzahlen-Entwicklung der Johns Hopkins University.

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(cash/Reuters/AWP/Bloomberg)