Credit Suisse rudert bei Rendite-Zielen zurück

(Ergänzt um mehr Details) - Die Credit Suisse ist im ersten Jahr nach der dreijährigen Restrukturierung ihren eigenen Erwartungen nicht gerecht geworden. Die Grossbank muss bei den selbst gesteckten Profitabilitätszielen zurückrudern.
11.12.2019 08:33

Dennoch sei es in den letzten Jahren "dank der disziplinierten Umsetzung unserer Strategie" in ausgewählten Märkten ein überdurchschnittliches Wachstum zu erzielen", teilte die CS am Mittwoch im Vorfeld des diesjährigen Investorentags in London mit. Dies selbst unter ungünstigen Marktbedingungen wie im Jahr 2019. Diese "Dynamik" wolle man im Jahr 2020 aufrechterhalten.

Mittelfristig weiterhin über 12% angestrebt

"Mit der Zeit" sollte dieses Ertragswachstum eine deutliche Steigerung der Rendite auf dem materiellen Eigenkapital (RoTE) der Gruppe ermöglichen, so die Aussage. Allerdings braucht es offenbar mehr Zeit als bis dato in Aussicht gestellt. Neu rechnet die Grossbank im zu Ende gehenden Jahr nur noch mit einer RoTE-Rendite von "über 8 Prozent". Zuvor sollte diese Kennzahl 2019 noch bei 10 bis 11 Prozent zu liegen kommen.

Des Weiteren soll sich die Rendite dann im kommenden Jahr "bei günstigen Marktbedingungen" um rund 175 Basispunkte verbessern mit zusätzlichem Aufwärtspotenzial. Damit werde per Jahresende 2020 ein Wert von etwa 10 Prozent erreicht. Selbst in einem anspruchsvollen Marktumfeld seien bereits zusätzliche Kostenmassnahmen mit einem Beitrag von bis zu 50 Basispunkten identifiziert worden, um dieses Ziel auf jeden Fall zu erreichen.

Und sollten die Marktbedingungen günstig sein und das Ertragswachstum unterstützen, sei gar eine Rendite von rund 11 Prozent möglich. Ursprünglich sollte die RoTE-Rendite im kommenden Jahr 11 bis 12 Prozent erreichen, und ab 2021 dann auf über 12 Prozent ansteigen. "Mittelfristig" sind "über 12 Prozent" laut den Angaben immer noch das Ziel.

Kosten bleiben im Fokus

Angesichts des schwierigen Ertragsumfelds blieben bei der Bank derweil Einsparungen ein wichtiges Thema. Produktivität durch Kostendisziplin und bankweit zusätzliche Effizienz blieben weiterhin im Fokus, hiess es am Mittwoch.

Die Bank hält gleichzeitig aber an ihren Plänen zur Kapitalrückführung fest: 2019 und 2020 sollen die Investoren nach wie vor jeweils mindestens 50 Prozent des Reingewinns erhalten. Bis Ende Jahr sollen daher Aktien im Wert von mindestens 1 Milliarde bis zu 1,5 Milliarden zurückgekauft werden. Im neuen Jahr ist ein Rückkauf in ähnlichem Umfang vorgesehen.

Zudem soll die Dividende jährlich um mindestens 5 Prozent ansteigen. Für 2019 würde sich damit eine Dividende von mindestens 0,2756 Franken ergeben - nach einer Ausschüttung von 0,2625 Franken je Aktie für 2018.

Q4 bisher besser als im Vorjahr

Mit Blick auf das laufende Entwicklung hiess es zudem, im bisherigen Verlauf des vierten Quartals habe sich der Geschäftsverlauf im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Das Weihnachtsquartal fällt wegen der Feiertage üblicherweise schwächer aus. Auch belasten die CS die anhaltenden geopolitischen Spannungen.

Nach Divisionen betrachtet habe die wichtige internationale Vermögensverwaltung im vierten Quartal eine stabile Entwicklung gezeigt. In der Schweizer Einheit halte indes der mit den Negativzinsen verbundene Druck an. Dieser dürfte sich den Erwartungen zufolge 2020 jedoch erheblich abschwächen, so die Credit Suisse.

In der Zwischenzeit seien ausserdem Möglichkeiten identifiziert worden, den Druck durch Immobilienverkäufe zu mindern. Mindestens ein Immobilienverkauf werde voraussichtlich noch im vierten Quartal abgeschlossen.

Die Bereiche APAC und Global Markets entwickelten sich zudem "deutlich besser" als im für diese Bereiche besonders anspruchsvollen vierten Quartal 2018. Bei Investment Banking & Capital Markets rechnet die CS für 2019 allerdings insgesamt mit einem Verlust. Die Pipeline an angekündigten Transaktionen sei im vierten Quartal jedoch kräftig angewachsen und habe sich im Vorjahresvergleich deutlich verbessert.

Bereits zuvor wurde zudem die Führung in dem Bereich ausgetauscht: Nach der zuletzt eher enttäuschenden Entwicklung wurde vor rund einem Monat James L. Amine durch David Miller ersetzt.

Finanzierung speziell für Kohlestrom gestoppt

Die Credit Suisse reagiert darüber hinaus auf die Diskussionen um den Klimawandel und stoppt die Finanzierung von neuen Kohlekraftwerken: "Die Bank hat beschlossen, keine Art von Finanzierung mehr zu leisten, die speziell zur Entwicklung neuer Kohlekraftwerke dient", teilte sie mit.

Die Grossbank wird von Umweltschutzorganisationen immer wieder für Investitionen in klimaschädliche Projekte wie eben Kohlekraftwerke oder arktische Ölbohrungen kritisiert.

ys/uh

(AWP)

 

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