CS-Branchenmonitor zeigt Entspannung in den meisten Branchen - Brexit als Risiko

Zürich (awp) - Für die meisten Branchen der Schweizer Wirtschaft zeichnet sich gemäss dem CS-Branchenmonitor eine Entspannung ab. Eine Ausnahme ist die Uhrenbranche, für die die Lage auch in den kommenden Monaten angespannt bleiben dürfte. Ein Unsicherheitsfaktor für die gesamte Wirtschaft ist der Entscheid der Briten, aus der EU auszutreten.
29.06.2016 10:39

Für die Schweizer Exportindustrie ist im neusten Branchenmonitor der Grossbank von einer "allmählichen Erholung" die Rede. Sie passe sich langsam an die neuen Währungsrealitäten an und habe im ersten Quartal erstmals seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses bei der nominalen Bruttowertschöpfung zugelegt, heisst es in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht.

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Industriesektoren seien aber gross, betonen die Autoren der Studie. So sei die Entwicklung in der chemisch-pharmazeutischen Industrie "dynamisch", und in der Maschinenindustrie hätten sich die Umsatzrückgänge deutlich verringert. Die Metallindustrie erhole sich hingegen langsamer.

Angespannt bleibe die Lage zudem im Uhrensektor. Daran dürfte sich in nächster Zeit nichts ändern, lautet die Prognose. Begründet wird dies mit der Konjunkturverlangsamung in China und den auf dem globalen Tourismus lastenden Unsicherheiten.

Im Detailhandel und Gastgewerbe dürfte sich laut den CS-Ökonomen die Lage im weiteren Verlauf des Jahres etwas entspannen. Und im Bausektor werde sich die schon Ende 2015 eingesetzte Erholung 2016 fortsetzen, gestützt von starken Auftragszahlen im Tiefbau und zahlreichen Mietwohnungsprojekten im Hochbau.

Ein Risiko für alle Branchen sei aber der Brexit, heisst es weiter. Das Risiko einer neuerlichen Frankenaufwertung gegenüber dem Euro habe sich erhöht. Auch das Risiko für eine konjunkturelle Abkühlung in der der Eurozone sei gestiegen - und damit die Gefahr für die exportorientierten Branchen, dass sich die Erholung verzögere. Die CS-Experten gehen allerdings für 2016 unverändert von Wachstum in der Eurozone aus.

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(AWP)