CS-CEO rechnet mit besserem Zinsumfeld im Verlauf von 2017

CS-CEO Tidjane Thiam rechnet im Verlauf des Jahres 2017 mit einer Verbesserung des Zinsumfeldes. «2017 wird besser als 2016», sagte Thiam dem Fernsehsender Bloomberg TV am Dienstag.
17.01.2017 12:19
Tidjane Thiam, CEO Credit Suisse.
Tidjane Thiam, CEO Credit Suisse.
Bild: cash

Auch für die Entwicklung im Investmentbanking ist der Bankenchef zuversichtlich.

"2016 war ein Übergangsjahr in einem schwierigen Marktumfeld. Wir mussten eine neue Strategie umsetzen und haben in den vergangenen zwölf Monaten viel erreicht", so Thiam weiter. Auch bei der Kapitalisierung habe die CS Fortschritte gemacht. Ein weiterer wichtiger Schritt sei die Vereinbarung mit dem amerikanischen Department of Justice zum Jahresende gewesen. "Das hing wie eine dunkle Wolke über uns, und hat auch die Aktienkursentwicklung zurückgehalten", so der CEO.

Politische Unsicherheiten

Ein Unsicherheitsfaktor für das laufende Jahr sei das politische Umfeld. Dabei verwies er auf die verschiedenen Wahlen in Europa, den Brexit-Prozess und die neue Regierung in den USA. "Gleiche Wettbewerbsbedingungen sind für uns wichtig", sagte Thiam mit Blick auf die Regulierung in Grossbritannien, Europa und den USA.

In den USA sei die CS gut positioniert und auch in Europa habe man mit einem Büro in Dublin und einem wichtigen Standort in Luxemburg ein starkes Standbein. Die CS in London sei durch den Brexit kurzfristig nicht beeinträchtigt und für Spekulationen über Verlagerungen sei es vor der definitiven Ausgestaltung des Ausscheidens Grossbritanniens aus der EU zu früh.

An den Plänen zum Börsengang der CS-Schweiz hält Thiam fest und das Vorhaben werde weiter vorangetrieben. Der Schritt sei letztendlich eine Entscheidung des Verwaltungsrates und auch das Marktumfeld müsse stimmen.

Mit Blick auf die politischen Ereignisse des Vorjahres zeigte sich Thiam zurückhaltend. "In einer globalisierten Wirtschaft ist es wichtig, dass wir so viele Menschen wie möglich auf diesem Weg mitnehmen. Es ist eine altmodische und aus den vorigen Jahrhundert stammende Sicht, die Welt in verschiedene separierte Regionen unterteilen zu wollen. Das stimmt mit der Realität nicht mehr überein", so Thiam. "Die einzige Art, um die Wahrnehmung der Menschen zu ändern ist es, ihre Wirklichkeit zu verändern."

(AWP)