CS-VRP: Schweizer Finanzplatz könnte von Brexit profitieren

Zürich (awp) - Credit Suisse-Verwaltungsratspräsident Urs Rohner sieht nach dem Votum der Briten für einen EU-Austritt auch positive Auswirkungen für die Schweiz. Der hiesige Finanzplatz könne sogar davon profitieren, sagte Rohner im Interview mit der "Handelszeitung" (Vorabdruck zur Ausgabe vom 30.06.).
29.06.2016 16:53

"Der Finanzplatz Schweiz hat Potenzial, vom Ruf als Safe Haven zu profitieren", sagte Rohner weiter. "So hilft der Brexit auch unserer Schweizer Universalbank über die mittlere Frist." An den Plänen, mit der Einheit Credit Suisse Schweiz AG im kommenden Jahr an die Börse zu gehen, halte man daher fest.

Obwohl die CS-Aktie in den letzten Monaten stetig verlor und inzwischen um die 10 CHF-Marke dümpelt, bleibt Rohner optimistisch. "Wir haben mit vielen Investoren, auch mit unseren Grossinvestoren, sehr intensiv über die Strategie geredet und tun dies weiterhin. Da gibt es keinen strategischen Dissens." Die aktuelle Situation an der Börse sei aber herausfordernd und der Druck auf Banken - "speziell auf unsere Bank" - gross. Schliesslich sei man mitten in einem strategischen Umbau, so Rohner.

Zu den Rücktrittsforderungen, die in Medien erhoben werden, meinte Rohner: "Das gehört zum Geschäft." Er wisse nach der Abstimmung über den Verwaltungsrat an der GV 2016, dass die Aktionäre hinter dem Verwaltungsrat und auch hinter ihm stünden. Auch die Kritik an CEO Tidjane Thiam hält Rohner für unberechtigt. "Ich bin wie der gesamte Verwaltungsrat überzeugt, dass er der richtige Mann für diese Aufgabe ist." Die Kritik komme vor allem von Leuten, die von den Änderungen negativ betroffen seien.

mk/yr

(AWP)