Das sagen Passanten zur CS-Busse

In einer Video-Umfrage bezeichnen Passanten vor dem CS-Gebäude in Zürich die Milliardenbusse gegen die Credit Suisse als gerechtfertigt. Andere wiederum äussern sich ablehnend bis sarkastisch zum ausgehandelten Deal.
20.05.2014 15:30
Von Frédéric Papp
Passantin Tessa Porges würde bei der CS nie ein Konto haben wollen.
Bild: cash

Auf die Frage hin, ob die Busse gegen die Credit Suisse gerechtfertigt sei, antwortet die Passantin Tessa Porges in der Video-Umfrage: "Ja, die CS soll für ihre Steuerhinterziehungsdelikte geradestehen." Und sie doppelt nach: "Ich würde mein Geld nie bei der CS anlegen."

Die zweitgrösste Bank der Schweiz zahlt eine Strafe von umgerechnet gut 2,5 Milliarden Franken. Zugleich bekannte sich die die Bank formell der Beihilfe zur Steuerhinterziehung für schuldig. Namen amerikanischer Steuersünder muss die Credit Suisse nicht herausgeben. Damit kann die Credit Suisse den Steuerstreit als erste Bank der insgesamt 14 Banken, gegen die die amerikanische Justiz ermittelt, endlich ad acta legen.

Schweizer Banken als Milchkühe

Eine Busse sei zwar angebracht, räumt Passantin Rosmarie Roth ein, aber zu hoch angesetzt. Sie kritisiert, dass das "bisschen Mogeln" der Credit Suisse nicht im Verhältnis der Bussenhöhe steht. "Die Amerikaner gehen davon aus, dass es in der Schweiz viel zu holen gibt." Dieses Votum unterstützt auch Claudio Tollardo, selber Kunde bei der CS.

Bereits 2009 kaufte sich die UBS mit einer Busse von 780 Millionen Dollar für ihr Geschäft mit undeklarierten US-Kundengeldern frei. Dem US-Justizministerium wurden zudem Daten zu 4450 UBS-Konten übermittelt. Die Bank vermied damit eine Strafverfolgung in den USA.

Unter dem Druck des Strafverfahrens in den USA strich auch die Traditionsbank Wegelin die Segel. Sie verkaufte ihr Geschäft mit Nicht-US-Kunden im Januar 2012 an die Raiffeisen-Gruppe. Von Wegelin blieb nur das US-Geschäft. Ein Jahr später bekannte sich die Bank wegen der Beihilfe zur Steuerhinterziehung schuldig. Im März letzten Jahres wurde die Rest-Wegelin zu 74 Millionen Dollar Strafe verurteilt.

Gefälschtes Geld abliefern

Auf die Bussenhöhe der Credit Suisse angesprochen, gab Josef Ziegler, selber CS-Kunde, eine sarkastische Antwort: "Ich würde die 2,5 Milliarden Franken in Yen und Rubel wechseln und wenn möglich das Geld noch fälschen und dann in Containern verpackt vor das amerikanische Justizdepartement stellen."

Für die Milliardenbusse müssen letztendlich die Aktionäre die Zeche zahlen. Zum einen dürfte die Dividende für 2014 deutlich gekürzt werden. Zum anderen muss die Credit Suisse womöglich ihr Eigenkapital aufstocken. Neu beträgt die Kernkapitalquote Tier 1 noch 9,3 Prozent und ist damit tiefer als bei der Konkurrenz (cash berichtete).

In der Video-Umfrage äussern sich noch weitere Passanten zum Deal zwischen der amerikanischen Justizbehörde und der Credit Suisse.