Deal in der Agrochemie - Syngenta-Übernahme nimmt wichtige Hürden

Nach den USA haben auch die EU-Kartellwächter die Übernahme des Schweizer Agrochemiekonzerns Syngenta durch Chem-China unter Auflagen genehmigt.
05.04.2017 14:55
Nach der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden in der EU und in den USA sollte die Syngenta-Saat noch im zweiten Quartal in Chem-China aufgehen.
Nach der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden in der EU und in den USA sollte die Syngenta-Saat noch im zweiten Quartal in Chem-China aufgehen.
Bild: Bloomberg

Die Kartellwächter der EU und der USA genehmigten die 43 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Schweizer Agrochemiekonzerns Syngenta durch Chem-China unter Auflagen. Der Deal stehe unter dem Vorbehalt, dass der Staatskonzern wesentliche Teile seines europäischen Geschäfts mit Pflanzenschutzmitteln und Wachstumsreglern veräussert, teilte die EU-Kommission am Mittwoch mit.

"Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Abschluss der Transaktion, der im zweiten Quartal 2017 erwartet wird", kommentierte Syngenta die EU-Entscheidung. Die beiden Firmen waren bei den EU-Kartellwächtern zunächst auf Skepsis gestossen. Sie sahen angesichts der laufenden Konsolidierungswelle in der weltweiten Pflanzenschutz- und Saatgutbranche ein Risiko, dass die Transaktion zu höheren Preisen und geringerer Auswahl für die Bauern führen könnte und leiteten eine vertiefte Prüfung ein. So will Bayer den US-Konzern Monsanto schlucken und die US-Chemieriesen DuPont und Dow Chemical stehen vor dem Zusammenschluss. Kommen alle diese Transaktionen zustande, teilen sich zusammen mit BASF vier Riesen den Markt weltweit auf.

"Chem-China hat umfangreiche Abhilfemassnahmen angeboten, mit denen unsere Wettbewerbsbedenken ganz ausgeräumt werden", erklärte die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager. "Daher konnten wir den Zusammenschluss genehmigen." In der Nacht auf Mittwoch hatte bereits die US-Behörde Federal Trade Commission (FTC) dem Deal unter Auflagen zugestimmt.

Einem Syngenta-Sprecher zufolge läuft in China, Indien und Mexiko die Prüfung des Deals durch die Behörden noch. Ursprünglich wollten ChemChina und Syngenta die vor mehr als einem Jahr angekündigte Transaktion bereits Ende 2016 in trockenen Tüchern haben.

An der Börse kommen die Neuigkeiten gut an. Die Syngenta-Aktien steigen gegen 15 Uhr um 1,1 Prozent auf 452,60 Franken. Sie kosten an der Börse allerdings weiterhin deutlich weniger als ChemChina offeriert: 465 Franken je Aktie plus eine Sonderdividende von fünf Franken je Titel beim Abschluss der Transaktion. Das verdeutliche die noch immer bestehende Skepsis der Anleger, sagt ein Börsenhändler. 

(Reuters)